Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 14. März 2000

737-400 ganz tief

Trainingsflüge von Hamburg-International

Der Flieger schien geradezu die Wipfel zu streifen. Ziemlich dicht über den Bäumen, so zumindest kam es den Bewohnern in der Umgebung des Flughafens Blankensee vor, mußte der Jet geflogen sein, der am Sonnabend vor einer Woche abends seine Runden zog. Der große Vogel, der da im vermeintlichen Tiefflug am späten Nachmittag etwa alle zehn Minuten auftauchte und auch die Bewohner von Lübecks Randgemeinde Herrnburg erstaunte, war eine Boing 737-400 der Fluggesellschaft Hamburg-International. Diese Gesellschaft fliegt den Flughafen Blankensee regelmäßig an.

Wie bereits im November vergangenen Jahres übten Piloten von Hamburg International Starts und Landungen auf dem Flughafen Blankensee, erklärte dessen Mitarbeiter Thomas Grählert. Die 737-400 sei das leiseste und modernste Fluggerät von Boing auf dem Markt. Bei den Übungen würden die Piloten die Maschine nur kurz zum Landen auf der Rollbahn aufsetzen und dann wieder durchstarten. "Touch and go"nennt sich das in der Fachsprache.

Bei derart kleinen Runden erreichten die Maschinen natürlich keine Reisehöhe; die Mindestsicherheitshöhe werde aber auf jeden Fall eingehalten. Daß die Augenzeugen der Flugübung glaubten, das Flugzeug sei sehr niedrig geflogen, versteht Grählert gut. Die Anwohner rings um Blankensee seien gewöhnlich ja eher kleinere Flugzeuge wie Cessnas gewohnt. Wenn nun solch ein großer Vogel wie eine 737-400 in relativ geringer Höhe seine Runden fliege, wirke das natürlich beeindruckend.

Unterdessen meldete die BUND-Kreisgruppe Lübeck, daß sie eine Liste mit 760 Unterschriften von "Bürgern gegen Nachtflüge" an Wirtschaftssenator Gerd Rischau überreicht hat.

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