Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 22. August 2019

Ausgabe vom 04. April 2000

Auf eigenen Beinen

Philharmoniker haben sich verjüngt

Die Lübecker Philharmoniker haben sich in den letzten Monaten verjüngt (die SZ berichtete). Zwei weitere Positionen werden nun besetzt:Zur neuen Saison kommt Carlos Johnson Herrera als 1. Konzertmeister, und die Harfenistin Ekaterina Preu hat einen Vertrag bis zum Sommer 2001 erhalten. Vakanzen bestehen derzeit im Horn (für den in den Ruhestand getretenen verdienten Herbert Fischer), beim Stimmführer der
2. Violinen und ab Sommer in den Bratschen, wenn Rudolf Rákos in den Ruhestand geht.

Eine neue Position ist ausgeschrieben und soll ab nächster Saison für Kommunikation und Koordination sorgen: der Orchesterinspektor. "Die Arbeit, bisher aus dem Orchester heraus geleistet, wird auf eigene Beine gestellt", so Christoph Eberwein vom Orchestervorstand. Das Aufgabengebiet: Aushilfen, Zubestellungen und Probespiele organisieren, als Bindeglied zwi- schen Theaterleitung und Orchester fungieren, Repräsentant nach außen zu sein und nicht zuletzt sich um attraktive Gastspiele zu kümmern.

Gastspiel in Bremen

In der jüngsten Vergangenheit haben die Philharmoniker mit Dave Brubeck und Ray Charles gespielt, in Itzehoe und Bremen gastiert. Das Bremer Engagement war besonders erfolg- reich: Als kulturelles Highlight bei einem Wirtschaftskongreß studierte ein maltesischer Dirigent maltesische Musik ein. Die Sonderleistung brachte dem Orchester ein fünfstelliges Honorar - das die Philharmoniker dann ihrem Theater wegen der angespannten Haushaltslage zur Verfügung stellten.

Ein Super-Saal

Mit der MuK als ihrer Heimstatt seit nun gut fünf Jahren sind die Philharmoniker höchst zufrieden. "Natürlich ist das ein Super-Saal" erklärt Orchestervorstand Joachim Pfeiffer, "solch einen Saal haben viele, auch größere Orchester nicht." Nur der Orchestersaal hat ein Manko:Er ist zu klein für das Proben großer Werke von Bruckner, Mahler, Strawinsky - die Philharmoniker wünschen sich alle Proben hierfür auf der MuK-Bühne. Dann brauchten die Akustik nicht über die Schmerzgrenze strapaziert und Proben nicht geteilt zu werden.

Die Reihe der Kammerkonzerte ist weiterhin erfolgreich. In letzter Zeit werden andere Spielstätten als der Audienzsaal getestet. Angedacht sind auch die Kammerspiele, die sich für Bläser "hervorragend eignen".

Die Philharmoniker begrüßen den von den "Orchesterfreunden" gestifteten Furtwängler-Förderpreis:"Wir sind immer froh, wenn sich jemand für uns engagiert - so wie in diesem Fall unser Förderverein."Güz

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