Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 04. April 2000

Arsen bleibt Thema

Ursachen für Funde weiter unklar

"In einem literarischen Sinn kann man schon von einem Kriminalstück reden", faßte Hans-Jürgen Schubert von Bündnis 90/Die Grünen seine Ausführungen zu den Arsenfunden im Grundwasser (die SZ berichtete) zusammen. In der Bürgerschaftssitzung wurde ein Antrag der Grünen hierzu in drei von vier Punkten mehrheitlich mit den Stimmen von SPD und Grünen beschlossen. Danach soll die Verwaltung "über alle Aspekte der Arsenfunde im Grundwasser-Einzugsbereich der Stadt Lübeck insbesondere in den Tiefbrunnen in den Gebieten Schlutup und Traverinne sowie im Boden des ehemaligen ,Pfleiderer'- Grundstücks und seiner Umgebung" sowie über die Erkundung des Arsenvorkommens im Tiefengrundwasser berichten. In einem Punkt mochte die SPD den Grünen nicht folgen und lehnte gemeinsam mit der CDU ab, daß dieser Bericht auch Liegenschaftsverhältnisse, Kauf- und Pachtverträge, Rechts- und Haushaltsfragen und das Procedere der Verwaltung erläutern soll.

Erstaunen rief bei Beobachtern und Hörern die Zurückhaltung der CDU-Fraktion hervor. In mehreren Interviews im Offenen Kanal (OK) Lübeck hatten beispielsweise der Fraktionsvorsitzende Klaus Puschaddel und der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Peter Sünnenwold, wenige Tage vor der Sitzung vollmundig Aufklärung gefordert. Puschaddel hatte dazu sogar eigene Anträge seiner Fraktion angekündigt. Doch es lag nicht nur kein CDU-Antrag vor; die Fraktion stimmte sogar noch gegen den Antrag der Bündnisgrünen. Helga Lietzke erklärte für die Fraktion, daß man den Grünen "aus den bekannten Gründen" nicht folgen könne. In einer Sitzungspause fragte Harald Denckmann vom OK Lietzke nach diesen "bekannten Gründen". Diese ging jedoch nicht näher auf ihre Aussage ein.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de