Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 04. April 2000

Licht und Schatten

Bereich Naturschutz stellt Umweltbilanz vor

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Bauen verbraucht Fläche: Erschließungsarbeiten in der Pennmoorsiedlung im Stadtteil Moisling; Foto: T. Wewer

Die Aufstellung eines neuen Landschaftsplanes für das Gesamtgebiet der Hansestadt Lübeck sieht als einen Baustein vor, eine Umweltbilanz zu erstellen. Das hat die Bürgerschaft im Juni 1999 beschlossen. Am Donnerstag legte der Bereich Naturschutz diese Bilanz vor. Die Bürgerschaft nahm den Bericht ohne Nachfragen zur Kenntnis.

Diese Umwerltbilanz soll dazu dienen, die Natur- und Umweltsituation in Lübeck transparent zu machen und dadurch Entscheidungen für Natur- und Umweltschutz zu erleichtern. Dabei werden wie auf einem Bankkonto das Soll - Welche Ziele sollen erreicht werden? - und das Haben - Wie sieht die gegenwärtige Situation aus? - gegenübergestellt.

Laut Bericht weisen viele der untersuchten Umweltindikatoren mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre eine positive Bilanz auf. So ist etwa das Abfallaufkommen seit 1989 um 37 Prozent gesunken. Auch die Grünflächen in der Stadt haben in diesem Zeitraum zugenommen: von 19 Bäumen pro Kilometer Straße ist der Bestand auf 24 Bäume gewachsen. Beim Wasser haben die Verbraucher ebenfalls gespart: minus 2,2 Prozent. Dagegen stieg der Stromverbrauch pro EinwohnerIn und Jahr um sechs Prozent an.

Erfreulich ist ferner, daß die Fläche der Schutzgebiete sich mittlerweile verdreifacht hat - das entspricht 39 Prozent der Gemeindefläche. Zugleich ist zwischen 1990 und 1998 aber auch die bebaute Fläche (Siedlung und Verkehr) um 1,8 Prozent gewachsen. Angesichts der für die kommenden zehn Jahre geplanten Bauflächen wird es daher noch einmal zu einer Zunahme von rund 6,2 Prozent kommen.

Die Umweltbilanz zeigt also Licht und Schatten auf und beantwortet die wichtigste Frage nicht:Ob es sich lediglich um eine geringfügige Verbesserung einer an sich schlechten Umweltsituation handelt, oder um eine an konkreten Zielen gemessene Verbesserung. Dazu fehlen Ziele und Standards.

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