Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 11. Dezember 2017

Ausgabe vom 09. März 2010

Teer muss her - doch wer zahlt?

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Als dreist und ungerecht empfinden die Bürger die jüngste Idee des Lübecker Bürgermeisters, die Frostaufbrüche und Straßenschäden in unserem Wegenetz von den Anrainern bezahlen zu lassen. Leiden sie als Anwohner doch am meisten darunter, dass vor ihren Wohnungen LKW und PKW tags und nachts durch Löcher rumpeln, so sollen Sie auch noch für die anderen die Zeche zahlen. So geht es nun wirklich nicht: Der Unterhalt der Wege und Straßen ist eindeutig eine kommunale Aufgabe. Dafür zahlen wir Steuern und können daher auch verlangen, dass hier die Mittel zielgerichtet eingesetzt werden und keine riesigen Sanierungsrückstände entstehen. Denn eines ist klar: Das Schlaglochdesaster ist eine Folge jahrelanger Schlamperei und Ignoranz gegenüber der Notwendigkeit, Straßen zu pflegen und beizeiten zu erneuern. Wir können daher allen eventuell Betroffenen empfehlen, gegen diese Willkür zu klagen. Die Aussicht auf Erfolg ist gut. Im Gegensatz zu dem geplanten Lübecker Raubgriff in die Taschen der Anwohner erscheint uns die Idee der thüringischen Gemeinde Niederzimmern pfiffig: Hier soll jeder nach dem Motto "Teer muss her" als Asphaltsponsor auftreten können und für 50 Euro eine Schlaglochfüllung spenden. Dafür erhält man auf Wunsch eine Namensplakette auf dem Asphalt. Wäre das die Lösung? In Lübeck gibt es Stifterplaketten an allen Ecken und Enden, denn zahlreiche wichtige Aufgaben werden schon von Sponsoren und Stiftungen bezahlt. Ihnen auch noch den Straßenunterhalt - eine geradezu klassische Pflichtaufgabe der Kommune _ aufzubürden, wäre allerdings maßlos. Aber so weit sind wir schon!

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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