Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 11. Dezember 2018

Ausgabe vom 25. April 2000

Der 227. geht in Pension

Zwölf Jahre war Michael Bouteiller Bürgermeister - Amtsübergabe am Freitag

1220101.gif
Michael Bouteiller: Blick zurück ohne Zorn; Foto: M. Erz

Für Michael Bouteiller, 56, beginnt am Montag der (Un-)ruhestand:Nach zwölf Jahren Tätigkeit als Bürgermeister der Hansestadt Lübeck übergibt der Sozialdemokrat das Amt an Bernd Saxe, 46. Saxe, ebenfalls SPD-Mitglied, ist offiziell ab 1. Mai neuer Bürgermeister, aber die Übergabezeremonie findet bereits am kommenden Freitag statt. Saxe ist der erste, direkt "vom Volk" gewählte Bürgermeister. Bouteiller dagegen wurde zweimal durch Mehrheits-entscheidung der Lübecker Bürgerschaft in das Amt gewählt.

Der 227. Bürgermeister Lübecks Michael Bouteiller hat wie kaum ein anderer vor ihm sehr viel Zustimmung erfahren, insbesondere außerhalb der Stadtmauern, und nicht minder deutliche Kritik einstecken müssen.

Insbesonder Bouteillers Auftreten beim Hansetag hat der Hansestadt zu großem Ansehen verholfen, darin sind sich die Beobachter weitgehend einig. Bouteiller erklärt sein Erfolgsrezept so:"Ich habe jeden immer gleich behandelt." Deshalb habe es ihm auch immer am Herzen gelegen, mit den Nachbargemeinden Lübecks ein gutes kollegiales Verhältnis zu entwickeln.

Diese Form des menschlichen Umgangs und die zuweilen offen gezeigten Emotionen, waren zugleich Auslöser von Kritik. Als er nach dem schrecklichen Brand in der Hafenstraße 1996 öffentlich Tränen vergoß, wurde dies als "Betroffenheitskult" gebrandmarkt. Und die Einladung eines Obdachlosen zum Mittag- essen in den Ratskeller wurde am freundlichsten als "PR-Gag" verurteilt. Kritik müsse man als Bürgermeister vertragen können, sagt Bouteiller rückblickend und verweist lieber auf seine Erfolge: Die Verwaltungsstrukturreform und ein ausgeglichener Haushalt.

Zurück zur Übersicht

 
Jetzt Werbung schalten auf www.luebeck.de