Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 19. Juni 2019

Ausgabe vom 09. Mai 2000

"So stelle ich mir Ehrenamt vor"

CDU-Ortsverband erinnert an den Einsatz von Adolf Ehrtmann für die Hansestadt

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Roswitha Kaske freut sich ber den Zusatz am Schild Adolf-Ehrtmann-Straße³ Foto: T. Wewer

Die Leistungen des ehemaligen ehrenamtlichen Bausenators Adolf Ehrtmann in der Wiederaufbauphase der Hansestadt Lübeck nach dem Zweiten Weltkrieg hat der CDU-Ortsverband Marli-Brandenbaum-Eichholz in der vergangenen Woche gewürdigt. In einer Feierstunde wurde dabei an das Leben des Kommunalpolitikers erinnert und zugleich ein Zusatz am Schild "Adolf-Ehrtmann-Straße" enthüllt.

Die Wohnungssituation im Nachkriegs-Lübeck sei düster gewesen, berichteten Helmut
Wischmeyer von der Heimstätten-Gesellschaft und Hartmut Sörensen von der Grundstücksgesellschaft Trave, deren erstem Aufsichtsrat Ehrtmann angehörte. Erthmann habe in seiner Funktion mit den Grundstein für viele notwendige Wohnungen gelegt und somit einen Anteil an der schnellen und positiven Entwicklung der Hansestadt. Dabei hob die Ortsverbandsvorsitzende Roswitha Kaske insbesondere das ehren- amtliche Engagement des CDU-Politikers hervor. Ehrtmann habe nicht gefragt, was er bekomme, sondern wo er helfen könne. "So stelle ich mir Ehrenamt vor", sagte Kaske mit Blick auf das Jahr 2001, das von den Vereinten Nationen zum Jahr des Ehrenamtes bestimmt wurde.

Adolf Ehrtmann war von 1946 bis 1966 ehrenamtlicher Bausenator und von 1966 bis 1970 Senator für öffentliche Einrichtungen. Er war geprägt von der christlichen Soziallehre, berichtete die Tochter des Politikers, Klara Ehrtmann. Deshalb sei für ihren Vater das Eintreten für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden unverzichtbar gewesen. Aus diesen Wertvorstellungen heraus sei er zum aktiven Widerstandskämpfer gegen die Nazi-Gewalt geworden. 1943 wurde er verurteilt. Die christlichen Grundsätze hätten ihm Kraft im Gefängnis gegeben.

Ehrtmann habe sich nach Kriegsende der CDU angeschlossen und ebenfalls aktiv den Aufbau der Partei in Lübeck vorangetrieben, würdigte der ehemalige Senator Hans-Joachim Krüger den Einsatz seines Parteifreundes.

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