Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 30. Mai 2000

Fast in Vergessenheit geraten

Das Kaisertor gehört zum historischen Teil des diesjährigen Volksfestzuges

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Rolf Bohnensack legt letzte Hand an; Foto: N. Dorel

Die Vorbereitungen für den diesjährigen Volksfestzug am 2. Juli laufen auf Hochtouren. Unter dem Motto "Uns' Elv-Trav-Canal un'n beeten" wird der traditionelle Zug durch die Lübecker Innenstadt ziehen. In der historischen Festsäule wird damit Bezug auf das 100jährige Jubiläum des Elbe-Lübeck-Kanals genommen. Und da darf das Kaisertor natürlich nicht fehlen.

"Viele Passanten, die an unserer Halle vorbeigehen, bleiben erstaunt stehen und fragen, was wir da nachbauen", erzählt der gelernte Maler Rolf Bohnensack. Anscheinend haben viele Lübecker das stolze Gebäude in den Wallanlagen bei der alten Seefahrtsschule vergessen - wahrscheinlich, weil es vom Grün verdeckt wird.

Das war vor 100 Jahren noch ganz anders: Anläßlich der Einweihung des Kanals durchschritt Kaiser Wilhelm II. das Kaisertor, das zur ältesten Stadtbefestigung gehörte, um von dort aus mit einem Schiff zur Hubbrücke zu fahren.

Allerdings: Noch heute ist ungeklärt, woher das Tor seinen Namen hat. Fest steht, daß weder Kaiser Karl IV. noch Wilhelm II. die stolzen Namensgeber waren. Vermutet wird, daß er von einem Ratsherrn namens Kaiser oder einem Ingenieur, der die Wallanlagen nach der Schleifung durch Napoleon wieder freilegte, stammt.

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