Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. April 2019

Ausgabe vom 06. Juni 2000

"Das ist eine gezielte Kampagne"

CDU-Bürgerschaftsmitglied Hermann Junghans kämpft um seinen guten Ruf

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Hermann Junghans; Foto: M. Erz

Hermann Junghans, Mitglied der CDU-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft, kämpft um seinen guten Ruf. In der vergangenen Woche wurde dem von seiner Fraktion für das Amt des Wirtschafts- und Sozialsenators nominierten 34jährigen Rechtsanwalt in einer großen Boulevardzeitung ein außereheliches Verhältnis unterstellt. Unter der Überschrift "Darf so ein Mann Senator werden?" schrieb das Blatt, Junghans sei auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin im März mit einer "Geliebten zum Empfang" erschienen. Umgehend hat der Christdemokrat diesen Vorwurf zurückgewiesen. Es stimme zwar, daß er mit einer Bekannten zur weltgrößten Tourismus-Messe gegangen sei. Doch habe es sich dabei um eine Mandantin gehandelt. "Eine Affäre hatte ich mit ihr nicht", versichert Junghans. Er habe deshalb ein Hamburger Rechtsanwaltsbüro mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt.

Junghans vermutet eine gezielte Kampagne. "Es gibt offenbar handfeste Interessen, mich als Senator zu verhindern." Dafür schrecke man auch nicht davor zurück, zu "unseriösen Mitteln zu greifen." Deshalb rechne er mit "weiteren Kolportagen."

Junghans vermutet, daß innerparteiliche Gegner hinter der Aktion stecken. Er habe Hinweise dafür, sagte Junghans, ohne dies näher zu erklären. So kenne er Pläne, daß noch vor seiner geplanten Wahl zum Senator eine Fraktionssitzung stattfinden solle mit dem Ziel, daß in der Bürgerschaftssitzung Ende Juni ein anderer - oder ein weiterer - Kandidat für die Wahl zum Senator vorgeschlagen werden könnte. Junghans hatte sich mit 12 von 22 Stimmen gegen Wolfgang Halbedel (neun Stimmen) und Uwe Küsel (eine Stimme) am 22. Mai in seiner Fraktion durchgesetzt und war für das Senatorenamt nominiert worden.

Unterdessen hat der CDU-Kreisvorsitzende Thorsten Geißler die Parteimitglieder zu "Fairness im Umgang miteinander" aufgefordert. Nicht nur einzelne Personen, sondern die ganze Partei nehme Schaden durch die "verdeckt an die

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