Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. April 2019

Ausgabe vom 06. Juni 2000

"Ein großer Tag für Lübeck"

Seit Donnerstag kann man vom Flughafen Blankensee nach London fliegen

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Foto oben: Bernd Saxe freut sich ber das neueste Angebot von Ryanair, das Verkaufsleiterin Caroline Baldwin (re) offeriert: für zehn Mark nach London. Kleines Foto rechts: Zur Begrüßung eine Marzipantorte für Kapitän Abe Yazdi; Fotos: T. Wewer

In London-Stansted waren sie am frühen Morgen bei strömendem Regen gestartet, der Himmel über Lübeck-Blankensee dagegen strahlte vor Freude, als die ersten 130 Gäste mit der neuen Linienflugverbindung der irischen Fluggesellschaft Ryanair am Donnerstag, 1. Juni, um 8.57 Uhr landeten - 20 Minuten früher als geplant und fachkundig eingewiesen von Bürgermeister Bernd Saxe, der es sich nicht nehmen ließ, der Boeing 737 persönlich den richtigen Weg auf dem Rollfeld zu zeigen und anschließend die Gäste aus England mit Marzipan herzlich willkommen zu heißen. Mit ihm waren der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen GmbH, Uwe Küsel, sowie Flughafenchef Dr. Peter Steppe an der Gangway erschienen.

"Keine besonderen Vorkomnisse" vermeldete Flugzeugkapitän Abe Yazdi, 50, abgesehen von der früheren Landung. Seine Erklärung dafür, daß der Hinflug nur eine Stunde und fünf Minuten gedauert hatte: "Wir hatten Rückenwind."

Für den Rückflug nach Stansted plante der erfahrene Flieger, der seit 30 Jahren unterwegs ist, vorsorglich eineinhalb Stunden ein.

Der Himmelfahrtstag könnte als ein solcher in Lübecks Geschichte eingehen. Denn die Aufnahme der Linienverbindung Lübeck-London (Standsted) am vergangenen Donnerstag markiere "einen großen Tag für den Flughafen und für Lübeck", sagte Bürgermeister Saxe im Anschluß an die Begrüßungszeremonie. Es stärke den Standort Lübeck.

Das gelte ebenso für den Tourismus, denn die Verbindung bestehe ja nicht nur einseitig von Lübeck nach London, bringe also nicht nur Gäste in die englische Hauptstadt, sondern umgekehrt auch Gäste nach Lübeck. "Das ist für den Tourismusstand- ort enorm wichtig", so Saxe.

Daß sich der Flughafen Lübeck im Aufwind befindet, bekräftigte kürzlich auch Staatssekretär Uwe Mantik aus dem Verkehrsministerium. Auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) in Lübeck Ende Mai sagte Mantik, daß der Lübecker Flughafen ein Beispiel dafür sei, "daß sich Beharrlichkeit und Unternehmerwagnis lohnen". Der Flughafen habe durch zielgerichteten Ausbau die Sicherheitsstandards an den Stand der Technik herangeführt und die Abfertigung an moderne Erfordernisse angepaßt. Das habe die Landesregierung in den zurückliegenden zehn Jahren mit fast acht Millionen Mark gefördert. Und Mantik versprach: "Das Land wird auch weiterhin den Flughafen finanziell unterstützen, wenn neue Sicherheitsanforderungen zusätzliche Investitionen notwendig machen."

Völlig ausgebucht

Völlig ausgebucht war am Donnerstag auch der Rückflug von Lübeck-Blankensee nach London-Stansted. Ebenfalls
130 Passagiere nutzten die neue Flugmöglichkeit. Pünktlich um 9.45 Uhr hob das Flugzeug wieder aus Blankensee ab. Und seitdem starten täglich um 9.45 Uhr und 18.45 Uhr (sonnabends nur vormittags) die Flieger Richtung London; im "Gegenverkehr" landen die Flieger aus London um 9.20 Uhr und 18.20 Uhr.

Das neue Angebot scheint anzukommen. Laut Caroline Baldwin, Verkaufsleiterin von Ryan-air in Deutschland, ist man mit den Buchungszahlen bisher "sehr zufrieden". Insgesamt sei Deutschland innerhalb Europas für Ryanair der "erfolgreichste Markt". Dem trage man mit dem neuen Angebot Rechnung.

Ryanair strebt in diesem Jahr die Beförderung von über sieben Millionen Passagieren an. Die Fluggesellschaft verfügt über  31 Flugzeuge, sie beschäftigt derzeit 1 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Strecke Lübeck-London erhöht sich die Zahl der neuen Flugrouten in diesem Jahr auf zehn.

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