Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 20. Juni 2019

Ausgabe vom 27. Januar 1998

Chronologie des Konzept-Reigens

Von "autofrei" über "verkehrsberuhigt" bis zu "offen und geschützt"

1985. Bürgerschaft beschließt Verkehrslenkungs-Konzept, das den Durchgangsverkehr durch die Altstadt unterbinden soll.

27. April 1989. Bürgerschaftsbeschluß, die Innenstadt an sechs verkaufsoffenen Sonnabenden ab Oktober '89 für den Individualverkehr zwischen 10 bis 18 Uhr zu sperren.

7. Oktober 1989: Erster "abgasarmer Sonnabend" - wird von der Bevölkerung positiv aufgenommen.

9. November 1989: Grenzöffnung. Der unerwartete Besucherstrom stellt die Stadt vor schwierige Verkehrsprobleme. Die Versuchsphase wird bis Juni 1990 ausgedehnt.

31. Mai 1990: Grundsatzbeschluß der Bürgerschaft, die City täglich von 10 bis 18 Uhr von "motorisiertem Individualverkehr" freizuhalten.

7./8. Juli 1990: erstes "autofreies" Wochenende. Handel beklagt Umsatzrückgänge.

Juni 1992: Umfrage der Fachhochschule Heilbronn ergibt: Über 80 Prozent sind für die Sperrung.

Nov. 1993: Wirtschaft fordert: Weg von der Sperrung, hin zur Lenkung.

3. April 1995: Erste Einwohnerversammlung stimmt mit großer Mehrheit für Verschärfung des Konzeptes und Schließung weiterer Straßen.

22. Juni 1995: Bürgerschaft beschließt, "autofreie Altstadt" zum 14. Juni 1996 einzuführen und auch die zuvor ausgenommene "Mühlenstraße" in die Verkehrsberuhigung zu integrieren. Eine Lenkungsgruppe wird eingerichtet.

14. Juni 1996: Nach einjähriger Vorbereitung wird die Verkehrsberuhigung auf alle Tage ausgeweitet. Inzwischen sind die Sperrzeiten verringert worden auf 11.30 bis 18 Uhr. Ausnahme Sonnabend: 10 Uhr.

8. September 1997: Die in der Lenkungsgruppe vertretenen Wirtschaftsorganisationen kündigen das gemeinsame Grundlagenpapier auf und fordern ein neues Konzept. Als Grund geben sie hohe Umsatzverluste ihrer Geschäfte an.

21. September 1997: Unter der Leitung von Bürgermeister Bouteiller finden Hansestadt und Wirtschaftsverbände eine Einigung: Wiedereröffnung von Mühlenstraße und Große Burgstraße. Im Gegenzug sollen die Wohnquartiere 24 Stunden für Autos gesperrt werden.

20. Januar 1998: Wirtschaftsverbände, Altstadtinitiativen und Stadt verkünden nach einem Verhandlungsmarathon ein gemeinsames Konzept. Tenor: Die Altstadt ist 24 Stunden für Autos geöffnet, über Erschließungsstraßen, und gleichzeitig 24 Stunden geschützt vor einem ausufernden Verkehr in den Wohnquartieren.

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