Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 20. Juni 2019

Ausgabe vom 27. Januar 1998

IM GESPRÄCH

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Die Kontrolle muß funktionieren - Michael Luppatsch, 39, ist Bewohner eines Eigenheimes im Domviertel ; Foto: M.Erz

SZ: Sie sind von dieser 24-Stunden Regelung "Verkehrsberuhigung in Quartieren" direkt betroffen. Stimmen Sie dem Konzept zu?

Lupatsch: Also grundsätzlich halte ich so eine Verkehrsberuhigung für gut. Auch eine vollständige Verkehrsberuhigung auf allen Straßen hätte ich für gut befunden. Nachteile sehe ich darin, daß über den Mühlendamm jetzt relativ viel Verkehr fließen könnte. Ich befürchtet auch, daß es dort Staus oder ähnliches geben wird.

Ist Ihnen bewußt, daß Ihre Gäste mit dem eigenen Auto bald nicht mehr bis vor Ihre Haustüre werden fahren können?

Ja, das ist natürlich übel. Wenn meine Freunde etwas mitbringen wollen oder Kinder dabei haben, ist das ein bißchen schwierig zu regeln, weil das ja doch relativ weit ist bis zum nächsten Parkplatz. Aber: Ein Kompromiß kann nicht alle befriedigen. Dafür bekommen wir in unserem Quartier eine weitreichende Verkehrsberuhigung - sofern ausreichend kontrolliert wird. Bislang parkten vor allem an den Einkaufstagen viele fremde Autos mit Kennzeichen aus dem Umland in unseren Straßen - obwohl sie auch jetzt bereits nicht hätten einfahren dürfen. Vor allem vor Weihnachten war das ganz schlimm.

Sie setzen also auf eine gnadenlos scharfe Kontrolle aller Verkehrssünder, wie sie der Bürgermeister für den Fall der anhaltend schlechten Verkehrsdisziplin angekündigt hat?

Genau das müßte die Aufgabe der Stadt sein, dies jetzt endlich zu realisieren. Denn die Neuregelung ist nur dann für uns unter dem Strich ein Gewinn, wenn wirklich kein Verkehr mehr von außerhalb in die verkehrsberuhigten Wohnstraßen reinkommt.

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