Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 17. Juli 2018

Ausgabe vom 20. Juni 2000

Keine Fußgängerbrücke über die Trave

An die Stelle des alten Autohauses kommen vier Stadtvillen mit 40 Wohnungen

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Blick von der Obertrave auf das Abrißgrundstück an der Wallstraße; Fotos: M. Rulfs

An der Wallstraße, zwischen Wallbrücke und Wipperbrücke, gegenüber der Mündungen der Effengrube und des Kleinen Bauhofs auf die Obertrave, soll eine neue Wohnanlage gebaut werden. Das Grundstück liegt zwischen Wallstraße und Stadttrave direkt am Wasser. Es gehört der Dr.-Schmidt-Grundstücksgesellschaft, die dort, wo bis vor kurzem die Gebäude von Opel Meyer standen, insgesamt 40 Eigentumswohnungen bauen will.

Ein Jahr lang wurde zusammen mit dem Bereich Naturschutz, dem Bereich Stadtplanung und dem Bereich Stadtsanierung intensiv geplant, um ein Projekt zu entwerfen, das allen Ansprüchen entspricht. Zur Zeit läuft das Baugenehmigungsverfahren; wenn alles gut geht, kann im September mit dem Bau der vier zweigeschossigen sogenannten "Stadtvillen" begonnen werden.

An dem idyllisch gelegenen Grundstück mit Blick auf die Stadttrave und den Dom soll längerfristig ein Wanderweg entlangführen. Laut Antonius Jeiler vom Bereich Stadtsanierung lassen jedoch die Grundstücksverhältnisse an der Wallstraße insgesamt im Moment noch keinen Wanderweg zu. Bei dieser Baumaßnahme hat die Hansestadt sich vertraglich das Recht auf die spätere Herstellung eines Uferweges gesichert.

Michael Bilobrk, Geschäftsführer der Dr.-Schmidt-Grundstücksgesellschaft, erläutert, daß die Gebäude mit einem Abstand von 10 bis 15 Metern zum Ufer gebaut werden. Das Ufer soll naturnah gestaltet bleiben und die jetzt dort stehenden Bäume - einige wurden bereits gefällt - sollen erhalten bleiben. Der Blick von der Obertrave wird so im wesentlichen nicht auf die neuen Gebäude, sondern auf die Bäume fallen.

Von Seiten der Stadt kam die Anregung, die Wallstraße an dieser Stelle durch eine Fußgängerbrücke mit der Altstadt zu verbinden. Obwohl auch Bilobrk die Vorteile einer solchen Brücke sieht, übersteigen die geschätzten Kosten - 500 000 bis eine Million Mark - die finanziellen Möglichkeiten der Baugesellschaft. Die Brücke wird deshalb jetzt nicht gebaut, unter Umständen jedoch zusammen mit dem angedachten durchgehenden Wanderweg realisiert.

Für die geplanten Wohnungen in direkter Altstadtnähe haben sich bereits einige Interessenten gemeldet.

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