Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 27. Januar 1998

Unsere Stadt braucht aktive Politikerinnen und Politiker

SPD

Die Politikmaschine ächzt und kracht gelegentlich. Nicht nur in Bonn oder Kiel, sondern auch in Lübeck. Beispielsweise das Erscheinen dieser Stadtzeitung hat für hohen Wellengang auf den politischen Fahrwassern gesorgt.

Bei aller berechtigten Kritik wird jedoch immer wieder der Fehler gemacht, das demokratische Mehrparteiensystem, das uns seit über vierzig Jahren Freiheit und Wohlstand gewährt hat, in Frage zu stellen. Die Beschimpfung von Bürgerschaftsmitgliedern in manchem LN-Leserbrief oder die Propagierung einer parteifreien und unparteiischen Politik sind Angriffe auf unsere Demokratie.

Erinnern wir uns zurück: Zum Ende der Weimarer Republik stand an der Spitze einer solchen Protestbewegung gegen die ,,Schwatzbude'' Parlament, gegen den Parteienstreit, gegen die inneren Widersprüche der Gesellschaft der Glattbügler Adolf Hitler mit seiner NS-Bewegung, die dann wie schon Wilhelm II. nur noch Deutsche und keine Parteien - bzw. nur noch eine - kannte. Wir sollten uns in Erinnerung rufen, daß beide politikverdrossenen Staatsmänner das deutsche Volk in seine schlimmsten Katastrophen führten.

Die Mitglieder unserer Fraktion sind kein volksferner Karriereverein- genauso wie die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt nicht nur unverschämt und faul sind.

Unsere Demokratie, die eine Mehrparteiendemokratie ist, lebt ganz wesentlich vom Mitmachen.

Bei den Kommunalwahlen des Jahres 1998 wird es um die Möglichkeit für jede Bürgerin und jeden Bürger gehen, sein/ihr unmittelbares Lebens-umfeld selbst zu gestalten. Dazu gehört die Bereitschaft, als Kandidatin oder Kandidat Verantwortung zu übernehmen, aber auch als Wählerin oder Wähler ein Bekenntnis für diese Demokratie abzulegen.

Der relative Wohlstand in dieser Stadt beweist, daß sich politisches Engagement lohnt.

Ebenso müssen neue Formen direkterer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger gefunden werden (z.B. Runde Tische in den Stadtteilen). In unserem kommunalpolitischen Wahlprogramm machen wir dazu viele Vorschläge.

Im gleichen Zuge muß die Stadtverwaltung kundenorientierter und kundenfreundlicher werden. Das Bürgerbüro für Travemünde ist ein hoffnungsvoller Anfang. Die

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