Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 20. Juni 2019

Ausgabe vom 03. Februar 1998

Hansestadt weist Polizeikritik zurück

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Neonazi Wulff in Aktion; Foto: NDR

Zurückgewiesen hat Lübecks Bürgermeister Michael Bouteiller die Kritik der polizeilichen Einsatzleitung, die Ordnungsbehörde der Hansestadt habe mit einem verspäteten Verbot der Neonazi-Demonstration in Moisling die Polizeiarbeit am Sonnabend behindert. "Dies trifft in keinem Fall zu. Die Polizei mußte mit oder ohne Verbot mit beiden Demonstrationen rechnen und sich entsprechend darauf einstellen", sagte Bouteiller.

Der öffentlich verbreitete Vorwurf des Einsatzleiters Heiko Hüttmann sei auch deshalb nicht sachgerecht, weil das Verbot der Neonazi-Demonstration erst am Freitag nachmittag möglich gewesen sei. "Erst dann hatten wir genügend Hinweise, daß es sich nicht um eine lokale Wahlveranstaltung, sondern um einen organisierten Aufmarsch von Neonazis von auswärts handeln würde", so der Bürgermeister.

Dieses Verbot war indes am Sonnabend vom Oberverwaltungsgericht aufgehoben worden. Daß jedoch die Hansestadt richtig gelegen hatte, zeigt der Verlauf der Demonstration: Von rund 150 rechten Marschierern stammten nur rund ein Dutzend aus Lübeck und Umgebung. Der Rest war mit Bussen aus dem Großraum Hamburg an die Trave gebracht worden. Und: Der szenebekannte Neonazi Thomas Wulff aus Hamburg übernahm von Anfang an zusammen mit seinem Gesinnungsgenossen Worch (Hamburg) das Kommando - nicht etwa der anmeldende Lübecker Rechtsaktivist Dieter Kern.

Die befürchteten Krawalle zwischen rechten und linken Demonstranten waren übrigens ausgeblieben. Um 17.15 Uhr stiegen die Rechtsradikalen wieder in ihre Busse, nachdem Bouteiller einen Marsch durch die Innenstadt untersagt hatte.

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