Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 03. Februar 1998

"Geschafft, genossen, gelitten"

Senator Volker Kaske bei Empfang in den Ruhestand verabschiedet

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Volker Kaske, Klaus Puschaddel, Matthias und Roswitha Kaske (v. l.); Foto: M. Erz

Die Zahl der Senatorenjahre, die sich Volker Kaske auf die Fahne schreiben kann, hat laut Michael Bouteiller bislang noch niemand in Lübeck erreicht. Fast 27 Jahre, bis Ende 1996, war er ehren- und hauptamtlich als Sozialsenator tätig. Nun will der gebürtige Danziger Ruheständler werden. Bei einem Empfang des Bürgermeisters im Rathaus mit rund 130 Gästen aus den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Soziales, Kirche, Polizei und Bundeswehr wurde der 57jährige verabschiedet.

Volker Kaske, so mutmaßte der Bürgermeister, müsse in all der Zeit ein umfangreiches Archiv aufgebaut haben. "Ich habe zwei sehnliche Wünsche", scherzte er. "Erstens würde ich gern den Zettelkasten von Herbert Wehner in die Hände bekommen, mit dessen Hilfe er jeden politischen Gegner schlagen konnte. Und zweitens hätte ich gern das Archiv von Volker Kaske."

Bouteiller ließ in seiner Ansprache Kaskes Werdegang passieren. Der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU Lübeck war bereits mit 18 Jahren Mitglied der Jungen Union, seit 1959 ist er CDU-Mitglied. Kaske, der eine Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt bei der Landesversicherungsanstalt Schleswig-Holstein (1956-1962) machte, war im sozialen Bereich nicht nur auf Kommunalebene, sondern international tätig. Wie berichtet, wurde er 1992 Präsident des Sozialausschusses des Rates der Gemeinden und Regionen Europas.

Bouteiller und Kaske spielten beide in ihren Reden auf ihr Zusammentreffen in der Nacht nach dem Brand in der Hafenstraße an. Bouteiller sagte, damals hätte schnell gehandelt werden müssen. Sie hätten ein gutes Gespann abgegeben. Kaske erklärte, der Anblick der Menschen, die sich verzweifelt über den Verlust ihrer Verwandten auf der Straße wälzten, habe sie beide geprägt.

Bouteiller hob Kaskes Loyalität und Unparteilichkeit hervor. Dieser habe, obwohl er Gegner der Verwaltungsstrukturreform sei, in den vergangenen Monaten die dezentralen Dienste mit aufgebaut. Kaske erklärte, er habe während seiner 32jährigen kommunalpolitischen Tätigkeit in Lübeck "gelernt, geschafft, genossen und gelitten". Er habe aber immer das Glück gehabt, hervorragende Mitarbeiter zu haben.

Bei dem Empfang mit Marzipan und Rotspon gab es zusätzlich ein musikalisches Schmankerl von der "Jungen Oper" für den scheidenden Kaske: Die Lieder "Denk an mich" aus dem "Phantom der Oper" und das für Henry Maske komponierte Abschiedslied "I will say goodbye".

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