Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 27. Mai 2019

Ausgabe vom 01. August 2000

Für die Kunst des 20. Jahrhunderts

Arbeiten für den Um- und Erweiterungsbau des St. Annen-Museums beginnen

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Ab 2002 geht es ins St. Annen-Museum durch den Torbogen (li.), den zwei Jahrzehnte die jetzt wieder ins Depot gewanderte Tür verschloß; Foto: SZ-Archiv

Zu ihrem 75jährigen Jubiläum hat die Possehl-Stiftung der Hansestadt zehn Millionen Mark spendiert für einen Um- und Erweiterungsbau des St. Annen- Museums - um Lübeck endlich eine Möglichkeit zu geben, Kunst des 20. Jahrhunderts angemessen präsentieren zu können. Eine Million ist nach einer Bestandserhebung nachbewilligt worden. "Mit der Gesamtsumme können wir natürlich keinen Rolls Royce bauen, aber einen passablen Passat", sagt Museumsdirektor Dr. Thorsten Rodiek, der seit seinem Amtsantritt im Frühjahr viel Zeit auf das Vorhaben verwendet: "Alle 14 Tage ist Bausitzung, die Vorplanung ist ungemein wichtig."

Inzwischen wurden die langwierigen Planungen abgeschlos-sen. In diesem Monat beginnen die Arbeiten auf dem Areal der 1843 ausgebrannten Klosterkirche, deren Trümmer nach 1875 beseitigt wurden. Eine blaue Wand an der Aegidienstra-ße markiert bereits den Stand-ort des Neubaus.

Hier wird ab September 2002 auch der Zugang zum Museum sein:In wenigen Wochen wird es einen provisorischen Eingang (Richtung Düvekenstraße) geben. Der jetzige wird geschlossen, weil der Bereich dahinter in den Neubau einbezogen wird.

Torbogen und Innenhof

Der künftige Haupteingang liegt hinter dem großen offenen Torbogen, durch den es auf einen Innenhof geht - flankiert von sechs Meter hohen Glaswänden. Im Erdgeschoß finden sich dann links eine Caféteria und rechts ein Museumsladen, im Hintergrund ein multifunktionaler Raum für Eröffnungen, Gruppen und eventuell kleine Konzerte, dahinter in der ehemaligen Apsis ein "medial" ausgestatteter Raum für besondere Veranstaltungen wie Symposien und Vorträge. "Die historischen Mauern mit den Rundbögen und die achteckigen Pfeiler bleiben alle erhalten und werden in die neue Architektur einbezogen", erläutert Rodiek.

Noch untersuchen Archäologen, ob die gefundenen Origi-nalfußböden gesichert werden müssen. Dann jedoch geht der Bau endlich "in die Erde". Im Untergeschoß sollen zwischen den alten Mauern Wechselausstellungen aus dem reichen Bestand des Museums gezeigt werden.

Die beiden Obergeschosse bieten dann die eigentlichen Ausstellungsflächen für Kunst des 20. Jahrhunderts - Wechselausstellungen inbegriffen. "Es kann durchaus auch einmal eine kulturhistorische Ausstellung geben", erläutert Rodiek, "ein Museum ist ja immer in Bewegung." Für Besucher gibt es Verbindungen zum St. Annen-Altbau im Parterre sowie im ersten Stock. Die oberste Etage, bei der ein aufgefaltetes gläsernes Shed-Dach für Tageslicht ohne direkte Sonneneinstrahlung sorgt, ist ein wenig höher als das historische Kloster.

Mit dem Neubau werden die Museen für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt dann ihr Angebot erweitern und sich im Behnhaus/Drägerhaus ganz auf den Schwerpunkt 19. Jahrhundert konzentrieren können. "Wenn wir also in zwei Jahren so komplett wie möglich sind, dann werden wir auch darangehen, die kulturhistorischen Sammlungen im St. Annen-Museum aufzuarbeiten und neu zu präsentieren", sagt Rodiek.Güz

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