Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 22. Mai 2019

Ausgabe vom 01. August 2000

Frauen wollen bei Planung mitreden

Hochschulstadtteil: Eine "Welt" nicht nur von und für Männer schaffen

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Belebte Straßen und Plätze, auf denen Frauen sich auch am Abend sicher fühlen und die Schaffung neuer Eigentumsformen, die auch für Frauen mit geringem Durchschnittseinkommen attraktiv sind, waren nur zwei der vielen Wünsche, die hinsichtlich der Planung des Hochschulstadtteiles berücksichtigt werden sollten.

Rund 80 Lübeckerinnen und Lübecker diskutierten kürzlich auf Einladung des Expertinnen Netzwerk Lübeck mit Bausenator Dr. Volker Zahn sowie mit VertreterInnen der Hochschulstadtteil-Entwicklungsgesellschaft (HEG) und dem Planungsbüro Petersen und Pörksen ihre Anforderungen an den neuen Stadtteil. Dabei standen die frauenrelevanten Themen im Vordergrund.

"Zeitknoten" bewältigen

Wie wichtig es heutzutage ist, die Belange der Frauen zu berücksichtigen, erklärte die Stadtplanerin Sabine Baumgart. "Überwiegend Frauen entscheiden heute, wo gewohnt wird". Dabei sprach sie auch vom sogenannten "Zeitknoten" für Frauen zwischen 25 und 40 Jahren, die zwischen Arbeit, Kindern, Partnerschaft, Kontaktpflege und Haushalt viele Wege zurücklegen müssen. Die üblichen Wege der Männer würden sich dagegen zwischen Wohnort, Arbeitsplatz und Freizeitangeboten bewegen. Somit hieße frauengerechte Planung unter anderem: Funktionsmischung, flexible Nutzung von Flächen und Räumen, differenzierte Arbeitsplatzangebote sowie Angebote für eine lebendige, soziale Nachbarschaft.

Diesen Aussagen stimmte das Publikum zu. Dar-über hinaus forderten die Frauen aber insbesondere, an der künftigen Planung beteiligt zu werden. Dafür sollten neue Beteiligungsverfahren und weitere öffentliche Informationsveranstaltungen stattfinden. Außerdem wäre die Einrichtung von Zukunftswerkstätten wünschenswert.

"Bei der Planung des Hochschulstadtteils muß besonders berücksichtigt werden, daß Städtebau als Rahmen für gesellschaftliche Prozesse zu verstehen ist", so Architekt Klaus Petersen. Bereits in der vergangenen Woche traf sich das Expertinnen Netzwerk Lübeck, um über die zukünftigen Beteiligungsmöglichkeiten von Frauen zu diskutieren.

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