Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 25. August 2019

Ausgabe vom 22. August 2000

Ein Fest der Sinnesfreuden

Am Freitag beginnt das erste "Klassik-und-Schlemmer-Wochenende"

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Die Gruppe Rondo Classico³ bestreitet das Eröffnungskonzert; Foto: Privat

Hochwertige Gastronomie und klassische Musik - das gehört zusammen wie Hansestadt Lübeck und Weltkulturerbe, sagte sich der bekannte Schlagerstar André Parker und beschert daher seiner Heimatstadt das erste "Klassik-und-Schlemmer-Wochenende" vom 25. bis 27. August auf dem Markt. Die Schirmherrschaft hat der erste stellvertretende Stadtpräsident Peter Sünnenwold, CDU, über- nommen, der die Veranstaltung am Freitag um 19 Uhr offiziell eröffnen wird.

Vor der historischen Kulisse des Rathauses entsteht ein "Schlemmerdorf" mit einem Pagodenzelt als Mittelpunkt. Das Dorf wird gebildet aus zehn Holzhäusern. Darin bieten Vertreter der gehobenen Gastronomie Lübecks ihre Produkte an. Umrahmt wird diese Präsentation von musikalischen Darbietungen leichter klassischer Musik, sowohl von der Bühne, die dem Dorf gegenüber aufgebaut wird, als auch vom Band. Das Eröffnungskonzert am Freitag um 20 Uhr bestreitet die Formation "Rondo Classico" mit Melodien im Stile von "Rondo Veneziano".

Am Sonnabend unterhält ab 15.30 Uhr die Sopranistin Anja Launhardt mit Operettenmelodien die Gäste. Ab 19.30 Uhr heißt es dann: "Klassik goes a capella" mit dem "Wachsfigurenkabinett". Feuerakrobatik von "Femmes Inflamables" ab 21.30 Uhr beschließt diesen Schlemmertag.

André Parker selbst lädt dann am Sonntag ab 11 Uhr zum "Sonntalk", unter anderen mit Peter Sünnenwold und Sabrina de Carvalho vom Lübeck-Management. Hier soll eine Zwischenbilanz der Veranstaltung gezogen und dementsprechend diskutiert werden, ob diesem ersten "Schlemmer-Wochenende" weitere folgen sollen. Immerhin ist dieses Fest das erste seiner Art in Norddeutschland.

Um 13 Uhr gestaltet Maximilian Kraft ein Sonntagskonzert und ab 16 Uhr stehen dann Musicalmelodien mit Katrin Krause auf dem Programm. Den Abschluß bildet Wagners Salon-orchester ab 19 Uhr.

Das "Klassik-und-Schlemmer- Wochenende" beginnt am Freitag um 12 Uhr. Am Eröffnungstag schließt das Dorf um 22 Uhr seine Pforten, am Sonnabend können die Genießerinnen und Genießer von 10 bis 22 Uhr schlemmen und am Sonntag noch einmal von 10 bis 20 Uhr.

André Parker, der eigentlich eher Gast auf einer solchen Veranstaltung ist und nicht deren Organisator, sieht sein Engagement als "Pionierarbeit" an. Häufig heiße es, daß bei Veranstaltungen in Lübeck, die neudeutsch als "Event" bezeichnet werden, nur auswärtige Gastronomen beziehungsweise Brauereien zum Zuge kämen. Jetzt könnten die Lübecker zeigen, daß auch sie ein interessantes Fest auf die Beine stellen könnten: "Ein Fest in Lübeck von Lübeckern für Lübecker."

Deshalb, so Parker, stünde nicht im Vordergrund, daß es sich für alle TeilnehmerInnen rechne, sondern daß daraus ein "Wir-"Gefühl entstehe - mit Wirkung für die Zukunft. Parker ist zuversichtlich, daß dies gelingen kann, denn als er bei den Betreibern der Hotels und Restaurants seine Idee vortrug, hätten alle sofort begeistert ihre Teilnahme zugesagt.

Der stellvertretende Stadtpräsident Peter Sünnenwold begrüßt "außerordentlich", daß an dem Wochenende ausschließlich klassische Musik dargeboten wird. Damit werde dieBedeutung Lübecks als "Kulturmetropole des Nordens" unterstrichen. Deshalb habe er gern die Schirmherrschaft übernommen. Daß die Initiative des Lübecker Künstlers für seine Heimatstadt nicht von allen unterstützt wird, bedauert Sünnenwold allerdings.

Zur Zeit jage ein Festival das andere in Lübeck, so der MIT-Kreisvorsitzende und erste stellvertretende Stadtpräsident Peter Sünnenwold. Zwar befür- worte er die zumeist von auswärtigen Veranstaltern organisierten und von der LTZ geförderten Aktivitäten, er könne aber nicht verstehen, warum "angeblich" keine Lübecker Gastronomen bereit seien, sich an solchen Events zu beteiligen. Das Klassik-und Schlemmer-Wochenende beweise doch das Gegenteil. Aber warum würden solche Anstrengungen dann nicht genauso unterstützt?

In diesem Zusammenhang kritisierte Sünnenwold "die schon zu offensichtliche und einseitige Werbung in der einzigen Lübecker Tageszeitung für ,Wagners Sommerfestspiele in Lübeck'." Hier werde mit zweierlei Maß gemessen. "Die tägliche Hofberichterstattung hätten sich das Volksfestkomitee für den traditionel- len Volksfestzug, oder die Veranstalter anderer Feste sicherlich ebenso gewünscht", so der MIT-Vorsitzende. Er kündigte an, unverzüglich Gespräche mit hiesigen Unternehmern zu führen, damit in Zukunft "Lübecker vor den auswärtigen Firmen zum Zuge kommen." Solche Events sollten eben den Betrieben zugute kommen, "die das ganze Jahr in Lübeck ihr Geld verdienen und Steuern zahlen."

Mehr zu diesem Thema sagt Sünnenwold in der Talkshow des OK Lübeck, die am Sonnabend, 26. August, von 16 bis 18 Uhr live vom Markt gesendet wird (98,8 Antenne, 106,5 Kabel).

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