Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 12. September 2000

Editorial

Michael Schumacher weint bei der Siegerehrung des 14. Laufs zur Formel 1 Weltmeisterschaft.

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Obwohl alle wissen, daß Autorennen Zuschauer anlocken, weil Tod und Sieg so nahe beieinander liegen, nimmt man ihm die Tränen ab. Denn der durch die Luft wirbelnde Autoreifen hatte einen Unschuldigen getroffen und getötet; einen, der das Feuer löschen sollte, damit kein Rennfahrer verbrennt, einen Bekämpfer der Katastrophe, die zu diesem "Sport" dazugehört. Der Rennfahrer läßt sich auf das gefährliche Spiel ein, vielleicht weil er den "thrill", die Angstlust liebt, die Kombination von Lust an der hohen Geschwindigkeit und Todesangst. Vielleicht auch nur, weil er so gut verdient, wenn er anderen, die sich nicht selber der Gefahr aussetzen müssen, dieses Prickeln verschafft. Bei den Autorennen wird das Auto wegen seiner wahnsinnigen Geschwindigkeit gefeiert. Aber auch beim "normalen" Gebrauch auf der Autobahn ist die Geschwindigkeit mittlerweile so hoch, daß der Tod ständig mitfährt. Tempolimits reduzieren die Todesgefahr deutlich. In den Städten bewirkt die Senkung der Geschwindigkeit von 60 auf 30 Stundenkilometer, daß Unfälle nicht schwer oder tödlich verlaufen, sondern in der Regel glimpflich abgehen. Am 22. September, dem autofreien Tag, können wir noch einmal überlegen, was wir vom Auto wollen, wo wir es wollen und wie schnell. Nutzen wir ihn, meintIhre SZ-Redaktion

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