Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 12. September 2000

Anwohner wurden nicht informiert

Zu:"Für die Jugend." SZ vom 29. August

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Skater beim Sprung in Travemünde; Foto: M. Erz

Sie schreiben von Planung der Skateranlage. Unter einer Planung versteht man, daß ein Projekt im Vorwege detailliert durchdacht wird. Im konkreten Fall heißt das, daß die Anwohner über dieses Projekt informiert und angehört werden müssen. Dies war hier nicht der Fall.

Das Problem der Lärmbelästigung war den Verantwortlichen bekannt. So wurde der Vorschlag, die Skateranlage auf dem Leuchtenfeld zu errichten, vom Kurdirektor abgewiesen. Das Argument: Die Gäste des "Maritim" könnten sich gestört fühlen. Stattdessen wird diese Skateranlage mitten in einem Wohngebiet aufgebaut, zirka 20 Meter von den Grundstücken entfernt. Dies wohl in der Hoffnung, daß die Anwohner die Lärmbelästigung mittragen.

Weiterhin wurden Geräte gekauft, die für diese Platzgröße nicht genutzt werden können. Es handelt sich hierbei um Hockeytore für 6000 Mark. Diese Tore stehen seit der Eröffnung in einer Ecke.

Auch die von Kurdirektor Kirchhoff zitierte Nähe zum "Haus der Jugend" entspricht nicht ganz den Tatsachen. Laut Herrn Kirchhoff sollte eine Toilette, ein Telefon und Verbandskasten durch das "Haus der Jugend" sichergestellt werden. Das "Haus der Jugend" wiederum erklärt, daß es mit der Skateranlage nichts zu tun hat - und im übrigen ist es auch geschlossen.

Um den Anwohnern etwas entgegenzukommen, ist die Anlage in der Mittagszeit von 13 bis 15 Uhr und ab 20 Uhr geschlossen. Das heißt, außerhalb der Schulferien können die Jugendlichen nur noch fünf Stunden laufen. Auch das dürfte nicht im Sinne der Skater sein.

Hätte man sich tatsächlich Gedanken gemacht, dürften diese Probleme eigentlich nicht auftreten. In diesem Fall kann man nur von einer Fehlplanung sprechen.

Oliver Josteit, Travemünde

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