Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 16. März 2010

Flughafen-Entscheid: Klima

Autor: Hans-Jürgen Schubert

Bündnis 90 / Die Grünen

Wir GRÜNEN wollen Ihnen an dieser Stelle Infos geben, die bisher in der Diskussion kaum zu lesen waren. Heute über das Thema "Klima": 40 Prozent der Billigflüge von Lübeck-Blankensee decken keinen vorhandenen Bedarf an Flugreisen, sondern erzeugen ihn, um Geschäfte am Boden mit Mietwagen, Einzelhandel und Parkplatzgebühren abwickeln zu können. Dass für diese Geschäftsinteressen Abgase in die oberen Schichten der Erdatmosphäre geblasen werden, ist angesichts der gegenwärtigen Klimaerwärmung unverantwortlich. Der Emissionsrechner atmosfair.de gibt auf seiner Webseite die Klima schädigende Wirkung eines Hin- und Rückflugs zwischen Lübeck und Palma de Mallorca mit 860 kg CO2 pro Passagier an. Das "klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen" liegt im weltweiten Durchschnitt bei 3000 kg CO2, ein Bürger Indiens emittiert mit allen Tätigkeiten seines Lebensvollzugs zur Zeit 900 kg pro Jahr. Zwischen Lübeck und Barcelona sind es 800 kg Kohlendioxid, zwischen Lübeck und Alghero 780 kg hin und zurück. Die Angaben darüber, welchen Anteil der Flugverkehr am Treibhauseffekt hat, schwanken zwischen zwei und zehn Prozent, je nachdem, welche Emissionen der Flugzeuge als klimarelevant in die Berechnungen eingehen. Wird Kohlendioxid als alleiniges Treibhausgas gewertet, wird der Luftverkehr mit etwa drei Prozent an der Klimaerwärmung beteiligt sein. Werden jedoch Stickoxide, Schwefeloxide, Kohlenmonoxid, Ruß und Wasserdampf aus der Flugbenzinverbrennung mit gezählt und die unverbrannten Kohlenwasserstoffe nicht ausgelassen, ergibt sich ein Beitrag zur Klimaerwärmung von etwas mehr als acht Prozent.

V.i.S.d.P.: H.-J. Schubert

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