Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 23. August 2019

Ausgabe vom 10. Februar 1998

Neue Umweltsenatorin: Ein ganz gewöhnlicher Wahlvorgang

Bündnis 90 / Die Grünen

Seit der Wahl von Beate Hoffmann zur neuen Umweltsenatorin hören wir manchmal besorgte Fragen: Ist das jetzt eine schwarz-grüne Koalition? Was hat euch die CDU versprochen, damit ihr die Kandidatin mitwählt, oder umgekehrt? Warum gab es keine Verständigung mit der SPD? Wieso entspricht "die Neue"

so weit auseinanderliegenden umweltpolitischen Vorstellungen von GRÜNEN und CDU?

An eine Selbstverständlichkeit sei zunächst erinnert: es gibt in der Bürgerschaft vier voneinander unabhängige Fraktionen, von denen keine allein die Mehrheit hat, so daß Beschlüsse in unterschiedlichen Konstellationen zustande kommen. Der städtische Haushalt 98 bedeutet keine rot-grüne, und die Senatorin-Wahl keine schwarz-grüne Koalition. CDU, GRÜNE und WIR haben unabhängig voneinander Beate Hoffmann aus der Liste der BewerberInnen ausgesucht. Der gemeinsame Nenner für die Wahl war die Persönlichkeit der Kandidatin, darüberhinaus gab es keine Vereinbarungen zwischen den Fraktionen. Die SPD hatte schon zum Zeitpunkt der Stellenausschreibung mitgeteilt, sie werde sich die Bewerberliste gar nicht ansehen, weil für sie nur die Amtsinhaberin zur Wiederwahl in Frage komme. Damit hatte sich die SPD aus dem weiteren Verfahren abgemeldet.

Wir haben mit politisch nahestehenden Organisationen an den Orten der bisherigen Tätigkeiten von Beate Hoffmann gesprochen und hörten übereinstimmend große Anerkennung ihres umweltpolitischen Engagements. Zwei Besuche von ihr mit ausführlichen Befragungen haben diesen Eindruck bestätigt. Als Biologin kennt Frau Hoffmann die Natur, die sie schützen soll, und als Juristin kennt sie die Verfahren, um dem Schutz Geltung zu verschaffen. In den "Berliner Naturschutzblättern" kritisierte sie neulich am Beispiel der Atomkraft und des Transrapid, daß der wissenschaftliche Sachverstand auch eine bornierte Seite habe, die nur ökonomische und technologische Gesichtspunkte gelten lasse und den Umweltschutz zu diskreditieren versuche. Wir freuen uns, daß Beate Hoffmann von der Mehrheit der Bürgerschaft gewählt

wurde.

V.i.S.d.P.: Hans-Jürgen Schubert

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