Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 15. Dezember 2017

Ausgabe vom 16. März 2010

Athen, Neapel und nun auch Lübeck

Autor: Calogero Ciulla

Lübecker BUNT

Je nachdem, welche Zeitung man dieser Tage aufschlägt, springt einem entweder ein von der Finanzkrise schwer gebeuteltes Griechenland entgegen, dass von der europäischen Öffentlichkeit nun zur Sparsamkeit erzogen wird, oder aber ein Lübecker Bürgermeister, der sich trotz einer desolaten Haushaltslage nicht die Feierlaune nehmen lässt. Beeindruckend, wie Bernd Saxe die Brisanz eines Artikels über die Armutskonferenz auf der selben Lokalseite milde weglächelt. Anhand dieses fulminanten Vorbilds in Sachen Sparen, erklärt sich mir dann auch, wie wir unsere 1,3 Milliarden Euro Schulden angehäuft haben. Ähnlich wie die Griechen haben wir den Politikern vertraut und sie in Ruhe misswirtschaften lassen. Ein Herrentunnel sprang dabei heraus und vielleicht bleibt uns auch noch ein Steuergelder fressender Flughafen erhalten. Das es jetzt für alle gilt, kürzer zu treten, kann so natürlich nicht vermittelt werden. Jahrelang hat die Lübecker Politik über ihre Verhältnisse regiert und gelebt. Deshalb hat der Lübecker Bunt auch entschieden gegen den Haushalt 2010 gestimmt, der den bisherigen "Sparkurs" erfolgreich fortsetzt. Als gebürtiger Sizilianer, der seit gut 40 Jahren in Lübeck lebt, dufte ich mir schon einiges über die verkommenen Verhältnisse in meinem Geburtsland anhören, musste mir vorwerfen lassen, wie korrupt die Politik, wie brüchig die Straßenbeläge und wie unzureichend die neapolitanische Müllabfuhr ist. Bevor wir jetzt noch die Griechen belehren wollen und ihren hedonistischen Lebensstil anprangern, sage ich nur eins: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!

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