Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. April 2019

Ausgabe vom 17. Februar 1998

Die Neuen kommen im Sommer

Finncarriers-Poseidon hat demnächst sechs Kombi-Fähren im Einsatz

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Die "Finnarrow" überbrückt die Zeit bis zum Einsatz der neuen Fähren. Werkfoto

"Finnclipper" und "Finneagle" heißen die beiden Fähren, die derzeit in Spanien gebaut werden: Sie werden ab Sommer 1998 von der Reedereigruppe Finncarriers-Poseidon zwischen dem Skandinavienkai und Helsinki eingesetzt. Die Nachfrage nach Kurzreisen ist gestiegen. Um diese bedienen zu können, wird bis zur Lieferung der beiden neuen Fähren die Finnarrow eingesetzt.

Bislang waren vier Kombifähren im Einsatz, die jeweils 100 Passagiere und 200 Fahrzeuge befördern können. Die Nachfrage nach den 36stündigen Überfahrten überstieg bald die Kapazitäten. Die "Finnarrow", die über 400 Schlafplätze verfügt, bietet Abhilfe.

Wenn die "Finnarrow" durch die beiden neuen 80-Millionen-Dollar-Schiffe aus Spanien abgelöst wird, sind sogar sechs Kombi-Fähren zwischen Lübeck/Travemünde und Helsinki im Einsatz - insgesamt hat die Reedereigruppe 16 Fähren für diese Strecke. Die neuen können neben rollender Ladung bis zu 440 Passagiere in 187 Kabinen befördern. Es gibt einen Konferenzraum für bis zu 50 Personen und eine Spielecke für Kinder. Hans Kramer, Bereichsleiter Umschlag von der Hafengesellschaft (LHG): "Der Einsatz der neuen Schiffe bedeutet eine Stärkung der Marktposition in Travemünde".

Bedenklich wäre es allerdings, wenn die Reederei Silja Line die "Finnjet" ab 1999 nicht mehr zwischen Travemünde und Helsinki verkehren ließe. Auf die 1977 gebaute Fähre passen 1800 Passagiere. Der Sommerfahrplan 1998 sieht wöchentlich drei Abfahrtage nach Helsinki vor. Neu ist der Zwischenstopp in Tallinn (Estland) während der Sonntagsfahrt. Vor dem Hintergrund der diskutierten Duty-Free-Abschaffung zum 1. Juli 1999 könnte Silja das Schiff im nächsten Jahr ab Rostock einzusetzen. Die eingesparte Fahrtzeit könnte für das regelmäßige Anlaufen Tallinns genutzt werden: Denn Estland gehört nicht zur Europäischen Union (EU), die Duty-Free-Regelung kann dort umgangen werden. ,,Es wäre schade, wenn die Finnjet 1999 nicht mehr ab Travemünde fährt", so Hans Kramer. "Aber auch wenn uns die große alte Lady verläßt, legen täglich immer noch Schiffe vom Skandinavienkai nach Helsinki ab."

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