Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 07. November 2000

Irgendwie ist die SZ auch ein Kind

Ungewöhnliche Betrachtungen zum dritten Geburtstag der Lübecker Stadtzeitung

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In Deutschland gibt es ber 4000 Amtsblätter - und für viele ist die Lübecker Stadtzeitung Vorbild; Foto: M. Erz

Jede Woche eine Zeitung herauszubringen, ist ein kreativer Prozeß. Und es ist zugleich vergleichbar mit der Situation von Eltern: Das Produkt soll die Handschrift der Macherinnen und Macher erkennen lassen, das bedeutet, es wird nach den eigenen Vorstellungen geformt - und dann hofft man als stolze Mutter und stolzer Vater, daß der Nachwuchs auch den Freunden und Nachbarn gefällt.

Das "Baby" Stadtzeitung ist mittlerweile drei Jahre alt und hat sich deutlich bemerkbar gemacht auf dem Medienmarkt. Nicht immer, und da ist der Vergleich mit dem Nachwuchs durchaus passend, ist es dabei wohlwollend aufgenommen worden. Denn so wie sich schon einmal AnwohnerInnen über lärmende Kinder beklagen, gab es zurückblickend den einen oder anderen Bericht, der hohe Wellen geschlagen hat. Entweder rauschte es dann ganz heftig im (über-)regionalen Blätterwald oder es wurde zumindest im Hauptausschuß der Lübecker Bürgerschaft kontrovers diskutiert. Das Heranwachsen der Kinder - und der Stadtzeitung -aber haben diese Begleiterscheinungen nicht verhindern können.

Keine einfache Geburt

Mittlerweile wird das Kleinkind Stadtzeitung gern gesehen, wenn man von den Berufsnörglern absieht, die auch als Nachbarn ganz schön die Nerven strapazieren (können). Die Geburt des Kindes aber war durchaus nicht einfach; mal abgesehen davon, daß die eigentliche Schwangerschaft wesentlich länger gedauert hat, als dies beim menschlichen Nachwuchs üblich ist. Nahezu 15 Jahre hat es gedauert, bis aus ersten Plänen einer eigenen Rathauszeitung endlich am 18. November 1997 die Lübecker Stadtzeitung (SZ) das Licht der Welt erblickte. Hineingeboren in den Kommunalwahlkampf und deshalb begehrtes Diskussionsobjekt. Freudig begrüßt von den Eltern und Anverwandten und zugleich heftig kritisiert von Nachbarn und Anwohnern. Und nicht zuletzt mißtrauisch beäugt von einer älteren Dame, die ahnte, daß sie nun nicht mehr allein der Mittelpunkt sein würde und deshalb den Nachwuchs mit allen Mitteln am Heranwachsen zu hindern suchte.

Das hatte zu seinen schlechtesten Zeiten starke

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