Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 24. Juni 2019

Ausgabe vom 07. November 2000

Bibliotheken oft einzige Anlaufstelle

Zu:"Vorschläge für die Konsolidierung". SZ vom 24. Oktober

Die Stadtbibliothek mit ihrem Zweigstellennetz ist die meist frequentierte kulturelle Institution in dieser Stadt. In den Außenstellen wird Kultur, Bildung und Information für möglichst viele Menschen zugänglich und erreichbar gemacht.

Für Kinder und Jugendliche sind die Bibliotheken oft die einzige Anlaufstelle im Stadtteil. Durch die Zusammenarbeit mit Kindergärten,
(Grund-)Schulen und Freizeiteinrichtungen sorgen sie für Leseförderung sowie Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz. Als wenn es nicht schon genug Probleme mit Kindern und Jugendlichen in den Stadtteilen gibt, soll eine wichtige Insititution aus den Stadtteilen abgezogen werden.

Lesen fördert Phantasie, hilft bei der Identitätsfindung, kann Vorurteile abbauen helfen, Sozialverhalten stärken. Tugenden, die dringend gefragt sind. Lesen bildet auch, schafft Voraussetzungen für Schule und Beruf.

Von einem Bürgermeister, der sich seinen Berufsabschluß über den zweiten Bildungsweg erarbeitet hat, hätte ich mehr Sensibilität im Bildungsbereich erwartet.

Vor nicht einmal einem Jahr wurde Bernd Saxe zum Bürgermeister gewählt, weil ihm die LübeckerInnen mehr Kompetenz in sozialen, kulturellen und bildungspolitischen Fragen zugetraut haben als seinem Gegenkandidaten.

Das Einsparpotential für das Zweigstellennetz soll
700 000 Mark betragen. Der jährliche Zuschußbedarf für die MuK liegt bei über drei Millionen Mark. Am Bau der Messehalle mit weiteren unbekannten Folgekosten für die Stadt soll trotz der desolaten Haushaltslage festgehalten werden.

Die oft im Zusammenhang mit dem Neubau der Messe-halle beschworene Investition in die Zukunft vermag ich in der jetzigen Finanzsituation nicht zu sehen, wenn auf der anderen Seite bewährte Einrichtungen dem Rotstift zum Opfer fallen, die Bildung und Ausbildung für Kinder und Jugendliche garantieren. Wo aber ist besser in die Zukunft investiert, wenn nicht in die Bildung der nachfolgenden Generationen?

Gabriele Epstein-Gay,
Lübeck

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