Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 17. Februar 1998

Die SZ und ihr Kampagnen-Journalismus

Zu: ,,Unverantwortlicher Kampagnenjournalismus''. SZvom 10. Februar

Bürgermeister Michael Bouteiller und der Redaktionsleiter der Lübecker Stadtzeitung haben die Maske fallen lassen. Wer bislang noch guten Glaubens war oder wenigstens darauf hoffte, die Stadtzeitung würde als neutrale Wochenzeitung fair und überparteilich berichten, fühlt sich spätestens nach der Ausgabe vom 10.02.98 massiv getäuscht.

Die polemischen und in der Sache unkorrekten Angriffe gegen die Lübecker Nachrichten haben deutlich gemacht, worum es dem Redaktionsleiter Matthias Erz in Wirklichkeit geht: "Um einen unverantwortlichen Kampagnenjournalismus gegen die Lübecker Nachrichten".

Die von offizieller Seite erhobenen Vorwürfe gegen den Bürgermeister werden in diesem Blatt schamlos den Lübecker Nachrichten untergeschoben, obwohl diese nur Überbringer der Nachricht sind.

Die Kieler Landesregierung, die Polizeiführung und die Polizeigewerkschaft führen öffentliche Klage gegen die Handlungsweise des Bürgermeisters im Zusammenhang mit der Neonazi-Demo in Lübeck-Moisling.

Die Lübecker Stadtzeitung wischt diese Vorwürfe vom Tisch und verbreitet in unverantwortlicher und einseitiger Weise ausschließlich Bouteillers Meinung. Dem Leser wird deutlich, daß für den Redaktions- und Presseamtsleiter M. Erz der Wahlkampf bereits begonnen hat und die Stadtzeitung zum Propagandawerkzeug des Bürgermeisters mißbraucht wird.

Wer in dieser Zeitung ist eigentlich verantwortlich für solche kaum noch verborgenen Beeinflussungsversuche und für die instiktlosen Beiträge gegen die LN?

Der Redaktionsleiter hält einen solchen Ideologietransfer zum Schutze seines Dienstherrn offensichtlich für fair. Die journalistische Fehlleistung zu diesem Thema hängt mit dem weit verbreiteten emanzipatorischen und geradezu missionarischen Selbstverständnis des Bürgermeisters und seines Redaktionsleiters zusammen. Der persönliche Feldzug dieser Ausgabe des Blattes gegen die Tageszeitung gipfelt in dem Beitrag "Bouteiller beißt Hund". Der Artikel ist in der Sache falsch, in der Wortwahl inakzeptabel und als Vorgang unangemessen.

Mit dieser Ausgabe des Amtsblattes hat sich die Redaktion selbst geschadet, die Bürger sind nicht halb so dumm, wie der verantwortliche Redaktionsleiter M. Erz es offensichtlich glaubt.

Lübeck hat etwas besseres verdient als ein Bürgermeisterblatt mit infamen Unterstellungen gegen die LN auf Kosten des Steuerzahlers.

Peter Sünnenwold,

MIT Lübeck

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