Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 18. August 2019

Ausgabe vom 17. Februar 1998

Amtsblatt kraft Gesetzes ab 50000 Einwohnern

Zu: "Ein beliebtes Strickmuster". SZ vom 10. Februar.

Vermisse in Ihrem Artikel den Namen des Hundes, den Eigentümer (etwa jemand von der Lübecker Nachrichten oder noch schlimmer vom Springer Verlag?), die Rasse des Hundes. Bei der stadtbekannten Ausländerfreundlichkeit des Herrn Bouteiller kann es sich wohl nur um eine einheimische Züchtung gehandelt haben, einen ausländischen Hunde hätte der nie gebissen.

Im Ernst: es ist gut, daß es sie gibt, sie, die Lübecker Stadtzeitung. Völlig unverständlich, daß die anderen im Rathaus vertretenen Parteien ihre Chance nicht nutzen, sich in jeder Ausgabe auf einer Viertelseite zu einem Thema darzustellen. Haben die Angst vor der Lübecker Nachrichten ? Oder schmollen sie nur?

Ich würde übrigens dafür plädieren, daß jede Partei, die zwar bei einer Kommunalwahl die 5-Prozent-Klausel nicht erreicht, aber doch ein achtungsgebietendes Ergebnis erzielt, (vielleicht 2,5 Prozent ?) auch das Recht hat, sich in der Stadtzeitung darzustellen.

Vielleicht kommen dann zwar unsympathische Meinungen zur Veröffentlichung, aber Objektivität ist Objektivität, und jedermann hat das Recht auf Meinungsäußerung, so steht's im Grundgesetz.

Voltaire: "Ich bin zwar nicht Deiner Meinung, werde aber stets dafür eintreten, daß Du Deine Meinung frei und offen sagen kannst."

Und noch etwas: Wir brauchen eine Gesetzesinitiative im Bundestag, die erreicht, daß in jeder Stadt mit mindestens 50 000 Einwohnern, die von einem Meinungsmonopolisten beherrscht wird, ein Amtsblatt kraft Gesetzes erscheinen muß.

Herzliche Grüße an Ihren sympathischen Ombudsmann und herzliche Grüße auch für Sie.

Claus Blandow,

Lübeck

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