Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 17. Februar 1998

Sprechchor gegen Kahlschlag

Rund 20 Siemser folgten Ruf von Naturschützern zur Baumschutzaktion

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Mitglieder verschiedener Naturschutzgruppen und Anwohner fürchten um das letzte Grün in Siems. Foto: C. Przywara

"Wir wollen Natur, wir wollen Natur", rief eine Handvoll Siemser Kinder im Sprechchor. Sie hatten Bilder gemalt und schwenkten ein Transparent mit der Aufschrift "Bäume statt Kahlschlag". Rund 20 Siemser Bürger waren dem Aufruf von Naturschützern zur Baumschutzaktion für das rund drei Hektar große Gebiet vor dem ehemaligen Bundeswehrdepot an der Siemser Landstraße gefolgt.

"Wenn niemand etwas unternimmt, werden hier bald 100 Bäume abgeholzt", befürchtet Ilsa Ramm vom Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer. "Das Umweltamt hat schon die Genehmigung dafür erteilt." Anwohner murrten, man wolle ihnen das letzte Stückchen Grün in Siems rauben, das immerhin ein wenig vom Lärm der rumpelnden Laster und der surrenden Stromleitungen schlucke.

Laut Frank-Dieter Lammert, Bereichsleiter der Unteren Naturschutzbehörde, konnten dort in den vergangenen 30 Jahren Bäume ungehindert wachsen. Bei der Fläche handele es sich jedoch um ein altes Industriegelände, und dieses Nutzungsrecht gelte immer noch. Die Baumfällgenehmigung ist mit Auflagen für Ersatzpflanzungen und Einschränkungen zum Thema Lärmemission erteilt worden.

Auch baurechtlich gibt es laut Joachim Lauenroth, Bereichsleiter Bauordnung, keinen Grund, den Antrag der Firma, die dort ein Containerterminal und Mitarbeiterparkplätze bauen will, abzulehnen.

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