Ausgabe 002 vom 25. November 1997
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Sanierungsprojekt macht Schule
Neue Dächer, Fenster und Heizungen - Paket aus einer Hand
"Ich bin heilfroh über diese Sanierung," sagt Schulleiterin Gisela Schneider aus Wulfsdorf. "Wir hatten noch alte Ölöfen im Klassenzimmer - wie zu Großmutters Zeiten. Den Kindern, die am Ofen saßen, rann der Schweiß herunter, die am Fenster schlotterten." Wie der Leiterin der am südlichen Stadtrand gelegenen Dorfschule geht es den Schülern und Pädagogen an neun weiteren Lübecker Schulen. Denn das Sanierungsprojekt der Hansestadt, das gerade mal vier Monate dauerte, zeigt, daß zum Lernen eben mehr gehört als gute Pädagogen und ein gutes Bildungssystem: Der Rahmen muß stimmen. Dächer, Fenster, Beleuchtung und Heizungen in Lübecks Schulen sind zum Teil veraltet und bedurften dringender Renovierung. -
Verrückte Löwen
Vorplatz des Holstentors wird umgebaut
Die Löwen rücken dem Holstentor etwas näher - sie weichen den umfangreichen Bauarbeiten an dieser zentralen Stelle des Stadtgebietes. Seit Ende Oktober wird auf dem Holstentorplatz gebuddelt, das Umsetzen der Löwenplastiken um rund fünf Meter in Richtung Holstentor sowie die Umgestaltung der Treppenanlage und des Grünbereiches vor dem Lübecker Wahrzeichen ist aber nur der erste von zwei Bauabschnitten. Noch in diesem Jahr fertig werden soll ein breiterer Fußgänger-überweg auf der Achse Possehlstraße/ Willy-Brandt-Allee, damit verbunden ist auch der Bau eines zweispurigen Radweges. -
Ordnungsamt untersagt Bettelei mit Tieren
Das Ordnungsamt hat dem Familienzirkus Renz aus Hameln untersagt, ihre Tiere für das Betteln in Lübecks Straßen und Fußgängerzone einzusetzen. Eine entsprechende Ordnungsverfügung, die sich auf das Tierschutzgesetz (§§ 1 und 2) stützt, ging den Inhabern des Unternehmens, das derzeit ohne Genehmigung auf dem Volksfestplatz lagert, am Freitag zu. -
Weihnachtsmärkte und Lichterglanz
In Lübecks Altstadt herrscht bereits Weihnachtsstimmung. Eine Riesentanne aus der Partnerstadt Kotka vor dem Holstentor und die lichterumkränzten Salzspeicher am Eingang zur historischen Altstadt erinnern daran, daß der erste Advent vor der Tür steht. -
Editorial
Wer für die Lübecker Stadtzeitung arbeitet, weiß, daß dies ohne starke Nerven nicht geht. Verdrehungen, Lügen, Beschimpfungen, Diffamierung und gezielte Falschinformationen, die sich gegen unsere Zeitung richten, müssen wir deshalb aushalten können. Gehört halt zu unserem Job, auf den wir uns eingelassen haben. -
Hürde zum freien Bußtag ist hoch
4000 von 171000 Stimmberechtigten in Lübeck haben bislang gewählt
"Der Versuch, den Bußtag in Geld umzumünzen, hat die Probezeit nicht bestanden", findet Diplom-Theologe Andreas Schimmer, der die für den Volksentscheid eingerichtete "Arbeitsstelle Bußtag" leitet. Die Nordelbische Kirche investiert 600 000 Mark, um möglichst viele Wähler für den gesetzlichen Feiertag zu gewinnen. Der Volksentscheid kostet das Land 3,5 Millionen, davon werden 200 000 bis 300 000 Mark für die Wahl in Lübeck bezahlt. "Demokratie hat ihren Preis", so der Leiter des Wahlamtes Heinz Meußler. "Aber das aufwendige Verfahren könnte ruhig etwas abgespeckt werden." -
Schreiber berufen
Fremdenverkehrsdirektor wird Professor
Lübecks Fremdenverkehrsdirektor Dr. Michael-Thaddäus Schreiber hat den Ruf einer norddeutschen Hochschule erhalten und wird ab Januar 1998 als Professor den ersten Lehrstuhl für Destinations- und Kongreßmanagement in Deutschland aufbauen. Seine Funktion als Leiter des Amtes für Lübeck-Werbung und Tourismus wird er zum Jahresende aufgeben, um sich voll der neuen Aufgabe widmen zu können. Schreiber wird der Hansestadt aber weiterhin als Berater zur Verfügung stehen. -
Fünf-Millionen-Kran kann 100 Tonnen hieven
360 Tonnen wiegt der bislang größte Hafenkran Lübecks, der jetzt am Nordlandkai im Vorwerker Hafen installiert wird. Er besitzt eine Tragkraft von bis zu 100 Tonnen und kostet mehr als fünf Millionen Mark. -
Rechtsanwältin informiert Frauen über Rente
Obwohl die Rentengesetzgebung für Männer und Frauen gleich gilt, sieht der Rentenalltag für Frauen anders aus. Frauen erreichen im Durchschnitt "nur" 24 Versicherungsjahre und haben dementsprechend viel geringere Rentenansprüche. Rentnerinnen werden häufig zu Sozialhilfeempfängerinnen. Das Bundesverfassungsgericht plädierte 1996 für eine Neuregelung, die mehr Kindererziehungszeiten als Grundlage für die Rentenberechnung anerkennt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Frauen und Recht" (getragen von Frauenbüro und Volkhochschule) können sich Frauen zur Rente informieren. Referentin: Bärbel Wendt, Rechtsanwältin, 26. November, 19.30 Uhr,VHS -
Korrektur
Der Plan für die Gleistrasse Lübeck-Herrnburg hat bis zum 24. November im Großen Börsensaal des Rathauses ausgelegen und nicht, wie von uns fälschlich berichtet, ein Planfeststellungsbeschluß für eine Gleistrasse nach Hamburg. -
LÜBECK STATISTISCH
In den ersten neun Monaten des Jahres erblickten 1728 Lübecker Kinder das Licht der Welt. Dies sind vier Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, als 1660 Geburten gezählt wurden. Wie aus der Graphik ersichtlich, waren die Geburtenzahlen im Mai und Juni deutlich höher, lagen im August und September allerdings wieder unter dem Vorjahresniveau. Für das gesamte Jahr 1997 werden rund 2200 Geburten erwartet. -
Bürgerschaft berät über Haushalt
Die Bürgerschaft tagt am Donnerstag, 27. November, zum letzten Mal in diesem Jahr. Aufgrund der Beratungen über den Haushalt 1998 beginnt die Sitzung bereits um 10 Uhr morgens. Diese sollen um 16 Uhr abgeschlossen sein. Ein Schwerpunkt der Sitzung am Nachmittag ist das Thema Verwaltungsstrukturreform. -
STICHWORT
Feiertage in Deutschland
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Mit Steinen im Bauch durch die Jahrhunderte
Wissenschaftler röntgen 2500 Jahre altes Krokodil - Vermächtnis des Grafen von Semlow an die Hansestadt
Sobek grinst. Aus dem wellenförmigen Maul blitzen eine Reihe spitzer, kleiner Zähnchen. Das Tier hat gut lachen. Es ist berühmt, demnächst kommt es sogar ins Fernsehen. Sobek ist ein Krokodil, genauer gesagt: d a s Krokodil. Es ist zwei Meter lang, hat einen olivgrünen Panzer und stammt aus der heiligen Höhle von Maabde. Nichts auf der Welt kann ihm irgendetwas anhaben: Das Tier ist die Ruhe selbst, kein Wunder - es hat 2500 Jahre auf dem Buckel. -
Die ägyptische "Prinzessin"
Von der Besenkammer ins Ägyptische Museum Berlin - Zeitgeschichtliches Kuriosum
Lübecks Mumie kehrt zurück. Nach einem Heimspiel von knapp zwei Monaten geht sie jedoch erneut auf Tournee. In Berlin wird das seltene Stück ab 15. Februar im Ägyptischen Museum zu sehen sein. -
IMGESPRÄCH
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ADRESSEN
Arbeitslosenzentrum (ALZ), Schwartauer Allee 39 - 41, Tel. 42660 -
AUSSTELLUNGEN
"Arbeit im Hochofenwerk - Leben in der Werkskolonie" -
MITTWOCH 26. November
Theater -
DONNERSTAG 27. November
Theater -
FREITAG 28. November
Theater -
SONNABEND 29. November
Theater -
SONNTAG 30. November
Theater -
MONTAG 1. Dezember
Musik -
DIENSTAG 2. Dezember
Musik -
Inspirationen durch Rendezvous in Paris
Ab 30. November im Burgkloster: Schleswig-holsteinische und finnische Künstlerinnen um 1900
Was hat die französische Hauptstadt um die Jahrhundertwende mit Norddeutschland und Skandinavien zu tun? Sie repräsentierte damals die Moderne und bot durch die Vielzahl von Salons, Galerien und Museen Inspirationsquellen für alle künstlerisch Schaffenden, unter anderem auch für die aus dem Norden. "Rendezvous Paris - schleswig-holsteinische und finnische Künstlerinnen um 1900" heißt die Ausstellung im Burgkloster, die ab Sonntag, 30. November, im Burgkloster gezeigt wird. -
Der Spatz und die Fledermaus
Theater Lübeck gibt diese Woche zwei Premieren
Die englische Autorin Pam Gems, die sich intensiv mit dem Frauenbild in der heutigen Gesellschaft auseinandergesetzt hat, beschreibt die Höhen und Tiefen einer einmaligen Künstlerin, die es durch Ausstrahlungskraft und ihre einzigartige Stimme geschafft hat, zu Weltruhm zu gelangen. Aus dem tiefsten Innern brachte die Piaf mit ihrer wundervollen Stimme das zum Ausdruck, was sie in ihrem Leben begleitete. Dabei verleugnete sie jedoch nie ihre Leidenschaft für eine ungezügelte Lebensweise. -
Kein schwarzes Schaf
Eine Autorin rettet Christian Buddenbrooks Ehre
Wer einen wissenschaftlich fundierten Vortrag erwartet hatte, wurde enttäuscht. Sonja Matthes, Hausfrau und Mutter von fünf Kindern, stellte im Buddenbroockhaus ihr neues Buch über Friedrich Mann vor. -
"Auf den Spuren der Romantik"
Das Lübecker Museum für Kunst und Kulturgeschichte eröffnete am Sonntag, 23. November, im Behnhaus eine Ausstellung mit dem Titel "Auf den Spuren der Romantik". Zu sehen sind rund 60 Landschaftszeichnungen von Peter Ferdinand und Ludwig Deurer aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. -
Weihnachten im Buddenbrookhaus
In der vorweihnachtlichen Zeit erwartet den Besucher des Budden-brookhauses in der Mengstraße 4 ein besonderes Advents- und Weihnachtsprogramm. An allen Adventswochenenden und am Wochenende vom 26. bis 28. Dezember öffnet das traditionelle Buddenbrook-Weihnachtscafé seine Tür. Jeden Freitag von 14 bis 17 Uhr, an den Sonnabenden und Sonntagen von 11 bis 17 Uhr kann man im historischen Gewölbekeller der Familie Mann bei Kaffee und Weihnachtsstollen fernab der vorweihnachtlichen Hektik einkehren. Speziell für diesen Anlaß wurde eine Präsentation über das Weihnachtsfest in der Familie Mann vorbereitet, und ein Weihnachtsbaum mit originalem Buddenbrookweihnachtsschmuck erwartet die Besucher. -
Ausstellung über Zwangsarbeit verlängert
Aufgrund des nach wie vor großen Interesses verlängert die Geschichtswerkstatt Herrenwyk ihre Sonderausstellung "Ich erinnere mich nur an Tränen und Trauer ... - Zwangsarbeit in Lübeck von 1939 - 1945" bis zum 1. Februar. Seit der Eröffnung Anfang Mai haben mehr als 2500 Menschen diese Ausstellung besichtigt und damit einen Einblick in ein weitgehend verdrängtes dunkles Kapitel der Lübecker Geschichte erhalten. -
Ein Skinhead in Istanbul
Skinhead Hansi wird vom Gericht zur "Umerziehungstherapie" in die Türkei geschickt. Mushin Omurca strickt aus diesem Plot ein freches Kabarettstück, das beiden Kulturen gnadenlos den Spiegel vorhält. 29. November, 20 Uhr, Musik- und Kunstschule. -
FILMTIP
Messerscharfe Analyse: Guelwaar
In einem senegalesischen Dorf wurde durch ein ,,administratives Mißverständnis" die Leiche des katholischen Politikers Guelwaar verwechselt und auf einem moslemischen Friedhof beerdigt. In die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Familien mischen sich die Polizei, der regionale Abgeordnete und der Provinzpräfekt ein. In Rückblenden wird Guelwaar als Kämpfer gegen die korrupte Obrigkeit dargestellt, die, um ihre Machtposition zu erhalten, die Bevölkerung von den Lebensmilttelspenden der westlichen Industriestaaten abhängig macht. Der unbequeme Kritiker der sozialen und wirtschaftlichen Mißstände des Landes fiel einem Attentat zum Opfer. Aber das Bild eines strahlenden Volkshelden und Widerstandskämpfers wird durch seine Frau erschüttert, die ihn als unnahbaren, egozentrischen und untreuen Gatten schildert. Guelwaar wird schließlich noch einmal, und diesmal nach katholischem Ritus und auf dem "richtigen" Friedhof beigesetzt. Sembène zeigt uns eine messerscharfe Analyse der Verhältnisse in seinem Land in Form einer brillanten bissigen Komödie. -
KULTURTIP
Ernie und Bert live
Der, die, das, wer, wie, was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm. Seit 25 Jahren verbringen Kinder in Deutschland den späten Nachmittag vor der Sesamstraße, um sich an den schrillen Figuren zu erfreuen. Jetzt kommen Ernie, Bert, Graf Zahl, Krümelmonster und all die anderen live und in voller Größe zu uns. "Bibo und der Monsterclub" heißt das Musical, mit dem die Helden der Straße am 26. und 27. November in der MuK gastieren. Die Figuren werden nicht synchronisiert. Sie sprechen mit ihrer TV-Synchronstimme. Bibo's Kostüm besteht aus 4000 gefärbten Truthahnfedern. Auf die Frage, was er am liebsten koche, antwortet Bibo: "Ich koche nicht. Ich bin erst sechs Jahre alt." Aber das sind wir ja alle, wenn wir Sesamstraße sehen.26./27. November, 14.30 und 18 Uhr, MuK -
Briefe an die Stadtzeitungs-Redaktion
Die Lübecker Stadtzeitung freut sich über jede Zuschrift. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe unter Wahrung des Sinns zu kürzen. Der Anspruch auf Abdruck besteht nicht. -
Böse Erinnerungen an Nationalsozialisten
Bei einem Blick in das Fenster der Lübecker Parteien, die in der Bürgerschaft sind, stelle ich fest, daß die "WIR-Partei" eine Liste mit Namen der SPD-Mitglieder ausgehängt haben, die für das "Amtsblatt" gestimmt haben. -
Kein Amtsblatt nicht - oder warum ich es doch will
"Bouteiller hat keinen Charakter, er ist selbstherrlich und handelt wie ein Diktator, bitte kein Amtsblatt!'' "Des Bürgermeisters Selbstdarstellung kostet uns 400 000 Mark,hoffentlich will er jetzt keinen eigenen Sender!'' "Ich will kein Amtsblatt, ich will kein Amtsblatt, ich will kein Amtsblatt!'' So oder ähnlich schrieben hochgradig empörte Leserinnen und Leser der LN, zum Beispiel am Freitag, den 7. November, in den Briefen an die Lokalredaktion. "Nanu'', dachte ich, "habe ich wieder mal was verpaßt?" Gibt es schon das berüchtigte Amtsblatt und ich weiß nichts davon? Um mir auch wie die anderen, eine richtige Meinung bilden zu können, rief ich das Presse- und Informationsamt in Lübeck an. Hier erfuhr ich, man höre und staune, daß es das Amtsblatt, oder die Stadtzeitung, wie es eigentlich heißen soll, noch gar nicht gibt. "Und woher wissen diese vielen Leute, daß das Amtsblatt nichts taugt, daß es so schlecht ist, daß man unseren ehrenwerten Herrn Bürgermeister so beschimpfen muß?'', fragte ich neugierig Sachbearbeiterin Frau R. "Das kann ich Ihnen auch nicht sagen. Die Stadtzeitung wird erst im Laufe dieses Monats erscheinen.'' "Sagen Sie mal Frau R.'', fragte ich als mündiger Bürger die Dame vom Amt, besorgt um unser Geld und unseren Wohlstand, ,,diese 300 000 Mark, die Kosten für die Stadtzeitung, wie steht es denn eigentlich damit?'' "Ja, der Betrag stimmt. Wenn die Zeitung auf dem Anzeigenmarkt Erfolg hat, werden wir die Kosten auf 0 Mark senken können.'' -
Aus Frauensicht ausgesprochen langweilig
Ihre Einladung zur Kritik an der ersten Ausgabe der Lübecker Stadtzeitung möchte ich gern wahrnehmen. Und so verstehe ich diesen LeserInnenbrief als einen ersten Schritt zu einer lebendigen Diskussionskultur, die Ihre Zeitung ja prägen sollte. -
Sie müssen besser informieren
Zu: "Die Gebühren reichen nicht aus". SZ vom 18. November. -
Warum kein Sport in der Stadtzeitung
Warum habe ich in der Stadtzeitung keinen sportlichen Teil gefunden? Als damals "unser" VfB Lübeck den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga geschafft hatte, war unser Herr Bürgermeister oft im Stadion präsent und hat sich auch in diesem Ruhm gesonnt und dargestellt. -
Briefe an die Stadtzeitungs-Redaktion
Nachstehend veröffentlichen wir eine Auswahl von Leserbriefen, die Lübecker und Lübeckerinnen in den vergangenen Wochen und Monaten zur Verkehrsentwicklung in Lübecks Altstadt geschrieben haben. Da diese Diskussionsbeiträge vom Adressaten nie veröffentlicht wurden, sind die Briefe an uns gesandt worden. Wir verstehen den Abdruck als einen Beitrag zu einer Diskussion, die für die Hansestadt wichtig ist und den Dialog beleben soll - unabhängig von unserer eigenen Meinung. -
Die Bewohner wollen gefragt werden
Wenn Herr Mensing zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Altstadt die "Ausweitung von Fußgängerzonen" nennt, so ist das irgendwie unverständlich: Die Fußgängerzone Breite Straße als Beispiel: PKW-Kundenverkehr ist nicht möglich, Lieferverkehr morgens bis 10, abends ab 18 Uhr. Über die kurzen Anlieferzeiten beschwert sich übrigens keiner. Und wenn nun etwa die Hüxstraße Fußgängerzone werden sollte, so bedeutet daß, das in dieser Straße dann weniger Autoverkehr möglich ist, als jetzt bei der sogenannten . Autos sollen doch aber nach Meinung einiger weniger Wirtschaftsvertreter in Zukunft unbedingt mehr in die Altstadt, sie "beleben". Wie paßt das zusammen? Und: werden vielleicht auch mal die Bewohner gefragt, ob sie möchten, daß ihre Straße eine Fußgängerzone wird?Ute Schadendorf, Lübeck -
"Hört auf, unsere Stadt schlecht zu machen!''
Es ist eine Zumutung, und es schadet unserer Stadt ungemein, was gewisse Kreise (absichtlich oder unabsichtlich?) über Lübeck verbreiten: "Durch die Straßen weht Leichengeruch>> wird im Bezug auf die Verkehrsberuhigung Frau Barbara Zellweger, Geschäftsführerin des Juweliers Goldsack, in Auto Bild (26. September, S. 104) zitiert. Unglaublich! Sie soll außerdem gesagt haben, daß gewisse Politiker aus der Altstadt ein Museum machen wollten: Diesen Spruch gibt's nun schon seit gut 20 Jahren, komisch ist nur, daß es den angeblichen Museums-Befürwortern (dazu gehören angeblich manchmal auch Altstadtbewohner, Sanierer) immer noch nicht gelungen ist, ihren angeblichen Plan zu verwirklichen... Jede Wette: Auch in zehn Jahren wird man diesen durch nichts belegten Spruch noch hören! -
Die Altstadt den Fußgängern zurückgeben
Daß Lübecks Innenstadt nur autofrei eine Überlebenschance hat. dürfte jeder einsehen, der schon einmal ähnliche Städte gesehen hat und weiß, daß Lübeck auf den Tourismus angewiesen ist. Die historischen Bauten sind oft der einzige Grund, um nach Lübeck zu kommen. Was stört, sind die Autos: in vielen romantischen Straßen findet man auf beiden Seiten nicht gerade historische Blechkisten, die die Erbauer der Altstadt dort bestimmt nicht vorgesehen hatten. Mit Kinderwagen hat man in vielen Straßen schlechte Karten, denn die Bürgersteige sind viel zu eng und damit kommt man natürlich auch nicht in die Geschäfte (Hüx-, Fleischhauer-, Wahmstraße). -
Kaufleute reden ihr eigenes Kapital schlecht
Lübecks Kaufleute haben früher ihr Kapital in aller Regel "gepflegt", auch damit "gewuchert", es zu ihrem und ihrer Stadt Nutzen eingesetzt. Es ist auch heute nichts besonderes, wenn man versucht sein Kapital zu vermehren. Das möchte eigentlich jeder. Nur, komischerweise, die Vertreter der Lübecker Kaufleute glauben darauf verzichten zu können. Sie mehren nicht das Kapital, sie sind krampfhaft bemüht, es schlechtzureden. -
Umsatz 2,5 mal größer als im Durchschnitt
Fahrräder sind in den Niederlanden außerordentlich beliebt, das ist bekannt. In Houten ging man einen Schritt weiter. Die Ortschaft sollte erheblich vergrößert werden, also erhielt die Planung einen klaren Auftrag: In der neuen Stadt sollten die Entfernungen mit dem Rad doppelt so schnell überbrückbar sein wie mit dem Auto. In die neue Stadt führen nur drei für Autos bestimmte Straßen und die sind Sackgassen. Radfahrer haben grundsätzlich Vorfahrt vor Autos. Rad- und Fußwege sind doppelt so breit wie die Flächen für Autos. Radwegeüberfahrungen sind mit Halteschildern für Autos versehen. -
Alles machen was machbar ist?
Eine interessante Schlagzeile am 12. September in den LN anläßlich der Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung: "Verkehr bricht zusammen>>. In dem Beitrag heißt es: "Den deutschen Städten droht der Verkehrskollaps... Besonders in den kreisfreien Städten wird der Verkehr immer dichter." -
Negativwerbung Schuld an Umsatzrückgängen ?
Die liebenswerte Lübecker Altstadt kann mit ihren Einmaligkeiten im Gegensatz zu kalten, autogerecht eingerichteten Einkaufsarealen ein großer Besucher- und Umsatzmagnet sein. Durch Teile der Wirtschaft und der örtlichen Presse werden die positiven Ansätze zu einer lebenswerten Atmosphäre mit weniger Lärm, Abgasen und Unfallverletzten jedoch seit längerer Zeit torpediert. Eine hausgemachte Negativwerbung wie etwa Parkplatznotstand und Geschäfts-schließungen schreckt die Kunden ab. Dadurch wird der bundesweite Trend der Umsatzrückgänge durch die schlechte Konjunktur noch verstärkt. Die Initiativen für die "autofreie" Altstadt bleiben dabei: Lübeck ist auf dem richtigen Weg - die europaweite Zustimmung sollte uns ermutigen weiterzumachen! -
OMBUDSMANN
Gerhard Burmester, 60, ist Leiter der Kanzlei des Bürgermeisters. Er arbeitet seit über 40 Jahren in der Verwaltung der Hansestadt Lübeck und hat dabei alle Ämter kennengelernt. An dieser Stelle beantwortet er für die Lübecker Stadtzeitung die Anfragen, Eingaben und Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger. -
Durchlaß wird rechtswidrig benutzt
Fred F., Mühlenstraße fragt: Ich beobachte seit langer Zeit, daß immer wieder Autofahrer rechtswidrig den abgesperrten Durchlaß am Klingenberg benutzen, um in die Mühlenstraße oder die Marlesgrube zu gelangen. Sie verstoßen damit eindeutig gegen die Straßenverkehrsordnung und gefährden Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich. Ich habe noch nie gesehen, daß dort die Polizei oder sonstige Ordnungskräfte eingeschritten wären. Ich frage deshalb: Warum unternimmt die Stadt dort nichts? Eine automatische Kamera oder eine ständig laufende Videokamera könnte Wunder wirken. -
Lastwagen brausen durch die Altstadt
Sabine K., Hartengrube fragt: Meines Wissens nach existiert in der gesamten inneren Altstadt eine Tempobegrenzung von 30 Stundenkilometern. Daran hält sich meiner Beobachtung nach kaum jemand. Schwere Lastwagen brausen in den Morgenstunden in der Holstenstraße und Mühlenstraße, und auch die städtischen Busse halten sich nicht an die Temporegelung, was ich als ständiger Busnutzer mit dem Blick auf den Tachometer unschwer feststellen kann. Warum kontrolliert die Stadt die Einhaltung des Tempolimits nicht? Und warum bekommen die Busfahrer, die sowieso etwas freundlicher sein könnten und sich zu einer schonenden Fahrweise bequemen könnten, nicht strikte Order, in der Altstadt nicht schneller als 30 zu fahren? -
Laufende Motoren an den Taxiständen
Hanni P., Bad Schwartau, fragt: Mich ärgert, daß vor allem in der kalten Jahreszeit die Taxifahrer an ihren Warteständen die Motoren ihrer Fahrzeuge rund um die Uhr laufen lassen, obwohl meines Wissens der Gesetzgeber dies aus Umweltschutzgründen - Lärm und Abgase - verbietet. Dies kann man am besten ausgerechnet vor dem Umweltamt am Klingenberg in Augenschein nehmen. Die Taxifahrer berufen sich auf die Notwendigkeit, ihr Auto beheizt zu halten. Eigentlich sollte die Ausrüstung von Taxen mit Standheizungen selbstverständlich sein. Warum unternimmt die Stadt nichts? -
STICHWORT
Was ist ein Ombudsmann?
Die Bezeichnung Ombudsmann kommt aus dem Schwedischen und bezeichnet eine Person, die die Rechte der Bürger und Bürgerinnen gegenüber den Behörden wahrnimmt. In der Hansestadt Lübeck bekleidet Verwaltungsrat Gerhard Burmester diese Funktion. Sie wurde entwickelt aus dem bereits bestehenden Eingabewesen, das in der früheren Senatskanzlei im Rathaus bearbeitet wurde. -
Stadtwächter rettet Ehrenjungfrau
Amt für Lübeck-Werbung und Tourismus bietet abenteuerliche Stadtführungen speziell für Kinder
Die Verwandlung gelingt in Sekunden: flugs streifen sich die Kinder die ärmellosen Hemden in den Stadtfarben Rot und Weiß über und stülpen sich die schwarzen Mützen mit den rot-weißen Federn auf die Köpfe. Fertig sind 15 kleine Tidemänner- beziehungsweise Tidefrauen - sie alle tragen das Kostüm des kleinen, mittelalterlichen Stadtwächters. Die Jungen und Mädchen betrachten sich stolz im Spiegel des Adlersaals im Kanzleigebäude, zeigen aufeinander, quietschen und feixen. Dann geht es mit Stadtführer Bernd Thurau auf Erkundungstour, um die Geheimnisse Lübecks zu lüften. -
So früh wie selten
Bouteiller legt Haushaltsplan für 1998 vor
Bislang wurde der Haushaltsplan der Hansestadt Lübeck meist erst Monate nach Beginn des laufenden Geschäftsjahres beraten. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Bürgermeister Michael Bouteiller bringt das umfangreiche Zahlenwerk für 1998 bereits in die November-Sitzung der Bürgerschaft ein. -
Deponie ist dicht
16,4 Millionen zum Schutz des Grundwassers
Der zweite Bauabschnitt der Basisabdichtung auf Lübecks Mülldeponie Niemark wurde jetzt fertiggestellt und mit rund 16,4 Millionen Mark abgerechnet. Dabei wurden getreu den neuen gesetzlichen Vorschriften zum Schutz des Grundwassers mehr als fünf Hektar abgedichtet. -
KURZ NOTIERT
Das Versicherungsamt ist in die Breite Straße 66 umgezogen. Es ist jetzt zu den Sprechzeiten montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 1 22 30 30 zu erreichen. -
Bauarbeiten in der Artlenburger Straße
Die Hauptversorgungsleitungen für Gas und Wasser werden seit gestern in der Artlenburger Straße erneuert. Die Arbeiten der Stadtwerke dauern voraussichtlich zwölf Wochen. -
20 Millionen für neues Verwaltungsgebäude
20 Millionen Mark kostet das neue Gebäude an der Falkenstraße 9-11, das jetzt seinen Richtkranz erhalten hat und im April bezugsfertig sein wird. -
OK-Radio belohnt beste Reden in der Bürgerschaft
Der Offene Kanal (OK) feiert am 28. November seinen fünften Geburtstag. Der Sender nimmt dies zum Anlaß, den besten Redner oder die beste Rednerin der Bürgerschaft zu wählen. -
STADTPFLEGE
Unter der Lübecker Telefonnummer 12 2 7777 ist die zentrale Anlaufstelle für die Stadtpflegemaßnahmen in der Altstadt zu erreichen. Von Montag bis Freitag, 6 bis 14.30 Uhr antwortet Sachbearbeiter Matthias Kleinfeld. Außerhalb dieser Zeit steht ein Anrufbeantworter zur Verfügung. -
Blankensee bekommt klassisches Outfit
Auf dem Lübecker Flughafen sind neue Reiseveranstalter gelandet - Brandneuer Airbus kommt
Man denkt unwillkürlich an die gute alte "Tante Ju" - und das ist auch so gewollt: Mit einer Aluminium-Wellblechfassade präsentiert sich seit kurzem das neueste Gebäude des Lübecker Flughafens Blankensee: die Feuerwache. Sie schließt nicht nur die Lücke zwischen dem Hauptgebäude und der Halle A, sondern bietet nun der inzwischen auf dem Flughafen installierten modernen Feuerwehrtechnik die längst überfällige Unterkunft. Vier Großtanklöschfahrzeuge (vom Flughafen Düsseldorf und aus den Beständen der Bundeswehr) stehen neben den zwei kleineren Fahrzeugen zur Verfügung, "wir bieten die Feuerschutzkategorie 7", sagt Thomas Grählert von der Flughafen-GmbH. -
Büros und Sprechzeiten der Fraktionen in der Lübecker Bürgerschaft
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SPD will Stadtentwicklung beherrschbar machen
Die Einwohnerzahl Lübecks sinkt. Nach den Zuwächsen infolge der Grenzöffnung in Richtung Osten geht die Einwohnerzahl seit 1993 kontinuierlich zurück. Diese Entwicklung ist vor allem auf eine negative Wanderungsbewegung zurückzuführen. Das heißt: immer mehr Menschen, vor allem junge Menschen, kehren Lübeck den Rücken. -
Antrag zur Sitzung der Bürgerschaft am 27. November 1997
Antrag zur Sitzung der Bürgerschaft am 27. November 1997 -
Bekanntmachung
Planfeststellung für den Neubau der Nordtangente Lübeck; hier: Bereich Einsiedelstraße, neue Travebrücke, Neue Hafenstraße einschließlich Gleisum- und neubau am Konstinkai -
Bekanntmachung
Die nach § 14 der Landesverordnung zur Durchführung des Volksabstimmungsgesetzes vom 8. Mai 1996 (GVOBl. Schl.-H. S. 461) und § 37 der Landesverordnung über die Wahl zum Schleswig-Holsteinischen Landtag vom 1. November 1991 (GVOBl. Schl.-H. 1996, S. 14) für den Volksentscheid zur Erhaltung des Buß- und Bettages am 30. November 1997 zu erlassende Abstimmungsbekanntmachung ist durch Plakataushang an Plakatsäulen und Anschlagtafeln veröffentlicht worden. -
Öffentliche Erinnerung:
Am 15.11.1997 sind Gewerbesteuer, Grundsteuer, Zweitwohnungssteuer, Straßenreinigungsgebühr und Entwässerungsgebühr fällig geworden. Beträge, die bei der Stadtkasse innerhalb einer Woche nicht eingegangen sind, werden ohne Zahlungsaufforderung eingezogen. -
Tagesordnung
über die Sitzung der Lübecker Bürgerschaft am Donnerstag, dem 27. November 1997,
1. Niederschrift über die Sitzung am 30.10.1997, Nr. 38




