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Ausgabe 331 vom 08.06.2004 Lübeck und Rostock bald verbunden Im Jahr 2005 soll die Ostseeautobahn komplett fertig sein ![]() Der Brückenschlag ber die Wakenitz wurde Ende Mai vollzogen.; Foto: okpress Mit dem Auto von Lübeck nach Rostock (114 Kilometer) in einer Stunde? Kein Problem, wären wir im Kalender bereits ein halbes Jahr weiter. Im Dezember dieses Jahres soll der Teilabschnitt II der Ostseeautobahn A 20 zwischen Lübeck-Genin und der Anschlußstelle Schönberg (Mecklenburg-Vorpommern) fertig sein - jener Lückenschluß, der nicht nur Umwelt- und Naturschützer lange Zeit beschäftigte, sondern bislang die durchgehende Befahrbarkeit der A 20 zwischen den beiden Hansestädten verhinderte. Ende vergangenen Monats hob ein 500-Tonnen-Autokran die ersten der vier Segmente der Wakenitz-Brücke in die stählernen Halterungen zwischen den Stützpfeilern. Damit war sozusagen gleichzeitig ein grenz-überschreitender Schritt getan - die Verbindung der beiden Trassen an der Nahtstelle zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. "Baltische Magistrale" Ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen kommt Ende 2004 die von Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis einst als "Baltische Magistrale" bezeichnete Ostseeautobahn ihrer Vollendung einen großen Schritt näher. 323,2 Kilometer lang soll sie von Lübeck bis nach Stettin führen, Ende 2005 - wenn alles im Plan bleibt. Wohl kein anderes Straßenbauwerk hat regelmäßig für so viele Schlagzeilen gesorgt, wie die A 20: Bereits während der Planungsphase wurden die Gerichte bemüht, im Januar 1998 setzte das Bundesverwaltungsgericht den sofortigen Vollzug des Planfeststellungsbeschlusses aus. Der Grund: Die Planung, so der Gerichtsentscheid, habe FFH- und VS-Richtlinen nicht genügend beachtet, die möglicherweise für die Wakenitz-Niederung und den Naturpark Schaalsee relevant hätten sein können. Im Mai 1998 dann doch grünes Licht, die Klagen zweier Naturschutzverbände werden zurückgewiesen. Am 6. Juni 1998 dann der erste Spatenstich für die A 20 im Lübecker Raum - in der Nähe der Gemeinde Hamberge. Damals war übrigens Peer Steinbrück noch Wirtschaftsminister in Kiel und Bundesverkehrsminister war Matthias Wissmann. Die A 20 hat mittlerweile drei Bundesverkehrs-minister als "Paten", Kurt Bodewig folgte Wissmann und zum nächsten offiziellen Baustellentermin an der A 20 müßte Manfred Stolpe kommen. Auf der einen Seite verbindet die Ostseeautobahn. Sie verbindet Ost und West, erleichtert die Erreichbarkeit der neuen Wirtschaftszentren in Polen und die der baltischen Staaten, macht Rügen nur noch zweieinhalb Autostunden entfernt (jetzt kann es schon mal vier Stunden dauern) und animiert Unternehmen, sich im südlichen Lübeck anzusiedeln. Das Möbelhaus Dodenhof wird nur wenige Meter von der Anschlußstelle Genin ein neues Zentrum bauen. Geteiltes Dorf Aber, die A 20 trennt auch: Sie trennt Gemeindegebiete in zwei Hälften, sorgt für Gegner und Befürworter innerhalb eines Dorfes und vor allem sorgt sie bei Naturschützern für Zorn. Der A-20-Brückenschlag sei ein "schwarzer Tag für das europäische Naturschutzerbe" wetterte der BUND-Landesverband Schleswig-Holstein, noch bevor der erste der vier jeweils 37 Tonnen schweren Stahlsegmente die Lücke an der Wakenitz-Brücke geschlossen hatte. Gleichzeitig erinnerte der BUND daran, daß die zunächst geplante naturverträgliche Nordtrasse der A 20 zugunsten der Südtrasse aufgegeben wurde. Aus der zunächst versprochenen Wakenitz-Untertunnelung, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, sei mit der Brückenvariante nun ein naturpolitisches Fiasko geworden. Ganz anders sehen das allerdings Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dr. Bernd Rohwer und sein mecklenburgischer Amtskollege Dr. Otto Ebnet. "Die Wakenitz-Brücke war eines der kompliziertesten Bauwerke aller Brücken", verwiesen beide auf die besondere Bauweise der Anschlußrampen. Weite Abstände zwischen den im Wakenitz-Tal aufgeständerten Fahrbahntrassen sollen den ungehinderten Wildwechsel unter der Autobahn gewährleisten, knapp einen Kilometer von der rund 295 Meter langen Talraumbrücke entfernt führt eine so genannte Wildbrücke über die Fahrspuren der A 20. Dritter Bauabschnitt An der A 1 am südlichen Stadtrand von Lübeck beginnt und endet derzeit die A 20. Noch in diesem Jahr, so sagte Dr. Bernd Rohwer beim Brückenschlag, werde mit dem Bau des dritten Abschnittes von der A 1 bis zur B 206 westlich von Geschendorf begonnen. Die Anbindung an die A 26 in Niedersachsen einschließlich der Elbquerung bei Glückstadt befindet sich derzeit in der Linienbestimmung. mr
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